Wenn Sie bei der Geburt einen Dammriss, einen Dammschnitt oder einen Kaiserschnitt hatten, sind Schmerzen im Wochenbett leider nicht zu vermeiden.
Mütter mit einem Dammriss oder einer Naht werden beim Wasserlassen wahrscheinlich einen brennenden Schmerz verspüren und deshalb nicht gern auf die Toilette gehen. Dann hilft es oft, reichlich Flüssigkeit zu trinken, um den Urin zu verdünnen. Weniger konzentrierter Urin ist weniger aggressiv, und dadurch wird das Brennen schon erträglicher.
Bei starken Schmerzen können Sie sich auch ein Schmerzmittel verschreiben lassen. Im Sitzen helfen aufblasbare Ringe oder speziell für diesen Zweck gedachte Kissen mit einer Vertiefung in der Mitte, die den Dammbereich schont. Besondere Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können die Heilung von Schnitten und Nähten ebenfalls beschleunigen. Aber auch wenn Sie das Glück hatten, die Geburt ganz ohne Riss oder Naht überstanden zu haben, ist Wundsein oder Druckempfindlichkeit der Scheide in den ersten Tagen nach einer Entbindung ganz normal.
Ihre Gebärmutter entwickelt sich in den nächsten drei bis sieben Tagen zu ihrer ursprünglichen Grösse zurück. Sie werden Krämpfe oder Kontraktionen im Unterleib verspüren, die so genannten Nachwehen. Sie sind beim ersten Kind noch nicht so stark, beim zweiten oder dritten Kind können sie dagegen richtig schmerzhaft werden. Diese Gebärmutterkontraktionen machen sich meist beim Stillen noch stärker bemerkbar, da dabei das Hormon Oxytozin freigesetzt wird, das die Gebärmutter stimuliert. Das tut zwar weh, hat aber einen sehr wichtigen und guten Effekt: Der Wochenfluss wird verstärkt und die Anfälligkeit für Infektionen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis oder Myometritis) so gesenkt. Ausserdem bewirkt Oxytozin ein Zusammenziehen der Milchkanäle in der Brust, wodurch die Muttermilch bzw. zunächst das Kolostrum (Vormilch) leichter und schneller befördert wird.
Stand: 02/09, BH
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