Bei abgeschlossener Familienplanung kann die Unterbindung (Vasektomie) beim Mann eine einfache Massnahme zur Sterilisation sein. Die Vasektomie ist ein einfacher, in den meisten Fällen komplikationsloser Eingriff, der allerdings gut überlegt sein muss, weil es sich um einen endgültigen Schritt zur Sterilisation (Unfruchtbarmachung) handelt. Mittels einer komplizierten mikroskopischen Operation kann sie zwar in 90% der Fälle wieder rückgängig gemacht werden, hingegen sind nur etwa die Hälfte der Männer nachher wieder zeugungsfähig. Je länger der Eingriff zurückliegt, desto geringer sind die Chancen der Wiederfruchtbarmachung des Mannes.
Im Gegensatz zur Sterilisation bei der Frau kann der Eingriff ambulant (meist in der Praxis des Chirurgen) und unter örtlicher Betäubung der Hodenhinterseite durchgeführt werden. Der Chirurg macht einen kleinen Hautschnitt, zieht die Samenstränge hervor, durchtrennt sie und entnimmt etwa 2 cm. Danach werden sie an ihren Enden verschlossen. Der Hautschnitt wird mit ein paar Stichen zugenäht.
In der Regel dauert der Eingriff etwa eine halbe Stunde, danach kann der Mann wieder nach Hause gehen. Er bekommt eine Windeleinlage, die ein Nachbluten verhindern soll und die Hoden sicher einpackt. Damit können Schmerzen eingedämmt werden. Zu Hause sollte er sich ein paar Stunden hinlegen, ebenfalls um Nachblutungen und Schwellungen zu verhindern. Eispackungen helfen ebenfalls. Wenn die örtliche Betäubung nachlässt, kann es ein paar Tage lang Schmerzen geben, die aber kein Grund zur Beunruhigung sind. Ein leichtes Schmerzmittel kann ein bis zweimal pro Tag eingenommen werden. In seltenen Fällen kann es zu einer Anschwellung und damit verbunden zu starken Schmerzen in den Hoden kommen (Blutstau). In diesem Fall muss sofort der Arzt konsultiert werden.
Die ersten fünf Tage darf der Mann kein Sitz- oder Vollbad nehmen, die Nähte dürfen nicht eingenässt werden. Beim Duschen sollen die Nähte mit einem speziellen Heftpflaster abgedeckt werden.
Nach dem Eingriff befinden sich noch mehrere Monate befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit (Ejakulat). Ungeschützter Geschlechtsverkehr darf deshalb erst nach Kontrolle des Ejakulats stattfinden. Zu diesem Zweck wird nach ein paar Wochen frisches Ejakulat untersucht. Erst wenn mikroskopisch keine Samen mehr zu sehen sind, kann ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden, ohne dass mit einer Schwangerschaft gerechnet werden muss.
Die Vasektomie macht den Mann zeugungsunfähig, beeinträchtigt seine Potenz jedoch nicht. Die Lust auf Sex, Gliedversteifung und Ejakulation bleiben bestehen. Die Samenflüssigkeit enthält einfach keine Spermien mehr. Dadurch entfällt die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft und die meisten Männer beschreiben ihr Sexualleben nach dem Eingriff als entspannter und sogar besser. Wichtig: Eine Vasektomie schützt in keinem Fall vor einer HIV-Ansteckung oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Die Durchtrennung der Samenstränge gilt als eine fast hundertprozentige Verhütungsmethode. In seltenen Fällen (1 von 1000) können sich die durchtrennten Samenstränge wieder finden und erneut zusammenwachsen. In diesen Fällen kann es wieder zu einer Zeugungsfähigkeit kommen.
Die Vasektomie ist keine krankenkassenpflichtige Leistung. Meistens übernehmen aber die Krankenkassen einen Anteil. Die Kosten belaufen sich auf ca. 650 bis 1'000 Fr. Die Reoperation (Wiederfruchtbarmachung) wird ebenfalls nicht von der Krankenkasse übernommen. Diese Operation kostet in der Schweiz zwischen 3'000 und 4'000 Fr.
Stand: 12/11, BH
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