swissmom_bei_facebook

Empfängnisverhütung nach der Geburt

Nach einer Entbindung braucht Ihr Körper vor allem eins: Ruhe und Erholung. Eine erneute Schwangerschaft würde ihm eine enorme Leistung abverlangen. Zudem belegen aktuelle Studien, dass ein sehr kurzes Zeitintervall zwischen zwei Geburten ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen - für Sie und Ihr Baby - bedeutet.

Der Gedanke an Sexualität oder Erotik liegt den meisten Frauen nach einer Entbindung ohnehin sehr fern. Einerseits schmerzen oft Geburtsverletzungen noch. Andererseits sind die Scheidenschleimhäute durch das Stillen relativ trocken. Sobald sich die neue Situation jedoch etwas eingespielt hat, wächst automatisch die Lust auf körperliche Nähe. Und einige Frauen erleben ihre Sexualität mit einer ungeahnten Intensität, da ihnen Schwangerschaft und Geburt ein neues Körperbewusstsein vermittelt haben. Spätestens wenn Mann und Frau ihre sexuelle Aktivität wieder aufleben lassen, sollte prinzipiell an Verhütung gedacht werden, egal ob Sie stillen oder nicht.

Die Hebamme, welche Sie im Wochenbett betreut, kann Ihnen grundlegende Fragen zur Verhütung nach der Geburt beantworten. Ihre Ärztin/ Ihr Arzt wird Sie ebenfalls auf das Thema Verhütung ansprechen und Sie bei Fragen gerne beraten.

Alle hormonellen und einige mechanische Verhütungsmethoden, wie zum Beispiel die Pille, die Spirale, das Hormonstäbchen oder ein Diaphragma (siehe Liste unten), müssen von Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt verschrieben bzw. eingesetzt werden. Nehmen Sie bitte nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ein hormonelles Verhütungsmittel ein, welches Sie vielleicht schon vor der Schwangerschaft angewendet hatten. Viele der gängigen Anti-Baby-Pillen sind nicht geeignet für stillende Mütter. Auch mechanische Methoden, wie zum Beispiel das Diaphragma, müssen nach einer Geburt neu angepasst werden.

Ihr Menstruationszyklus braucht wahrscheinlich 8 bis 16 Wochen, um sich wieder zu stabilisieren. Aber wenn Sie nicht stillen, kann auch schon etwa drei Wochen nach einer Geburt der erste Eisprung stattfinden - und zwar bevor Sie eine Periodenblutung haben.

Während der Stillzeit bleibt die Regelblutung meist bis nach dem Abstillen aus, da das während der Stillzeit freigesetzte Hormon Prolaktin, das an der Milchproduktion beteiligt ist, den Eisprung verzögert. Bei voll stillenden Frauen ist deshalb eine erneute Schwangerschaft zwar nicht ausgeschlossen, aber doch sehr selten. Immerhin kann schon vor der ersten Mens ein Eisprung und damit auch eine Befruchtung stattfinden. Stillen und Empfängnisverhütung sollten sich deshalb nicht gegenseitig ausschliessen! Grundsätzlich sollte aber die Verhütungsmethode keinen Einfluss auf die Milchqualität und die Milchproduktion haben und das Gedeihen des Kindes nicht beeinträchtigen. Deshalb sind östrogenhaltige Medikamente u.ä. während der Stillzeit nicht angesagt. Empfehlenswert sind dagegen rein gestagenhaltige Mittel wie die Mini-Pille oder mechanische Methoden wie Kondom, Pessar und Kupfer-Spirale (IUD).

Als Verhütungsmethode gänzlich ungeeignet während der Stillzeit ist die Beobachtung des Zervixschleims, die Temperaturmessmethode oder die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage mit einem Zyklus-Computer. Grund: Die Körpertemperatur während der Stillzeit zeigt keine charakteristischen Verläufe und die Menstruation als Anhaltspunkt für den Beginn eines neuen Zyklus bleibt aus. Auch die Kalendermethode (nach Knaus-Ogino) und der Coitus interruptus (Zurückziehen vor dem Samenerguss) bieten keine Sicherheit.

Diese ausreichend zuverlässigen Verhütungsmethoden (medizinisch: Kontrazeptiva oder Antikonzeptiva) stehen grundsätzlich zur Wahl:

Für Notfälle gibt es die "Pille danach".

Wenn Sie gerne eine ausführliche Beratung zu verschiedenen Verhütungsmitteln hätten, können Sie sich auch an eine Familienplanungsstelle in Ihrer Region wenden. Diese spezialisierten Beratungsstellen helfen nicht nur bei Schwangerschaftskonflikten, sondern bieten meist auch gratis Verhütungsberatungen an. Insbesondere wenn Sie eine neue Verhütungsmethode suchen und gerne einmal mit einer Fachperson in Ruhe die verschiedenen Optionen besprechen möchten, sind Sie bei einer Familienplanungsstelle richtig! Infos zu den Beratungsstellen in Ihrem Kanton finden Sie unter http://www.plan-s.ch/-Beratungsstellen-.

Ausführliche und zuverlässige Informationen zum Thema "Verhütung nach der Geburt" finden Sie ausserdem unter www.verhuetungsinfo.ch. Zum Herunterladen im pdf-Format: Die Broschüre "Eltern- und Liebespaar. Eine spannende Herausforderung"

Aus dem Bereich "Geburt / Häufige Fragen":
Wie lange dauert es, bis man nach einer Entbindung wieder einen normalen Zyklus hat?
Wann darf man nach einer Geburt frühestens wieder schwanger werden?

Stand: 1/12, BH/UH

 



info [at] swissmom.ch

Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung durch medizinisch ausgebildete Fachleute.

Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen

copyright swissmom.ch 2009

Newsletter
Anthrazit Siegel