Stimmungstief nach der Geburt

Etwa drei Viertel aller Mütter erleben nach der Geburt eine Zeit der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit, die typischerweise ungefähr drei Tage nach der Entbindung einsetzt. Dieser Zustand wird als Heultage, leichte Wochenbettdepression oder Baby-Blues bezeichnet. Weitere Symptome sind Weinerlichkeit, jähe Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Besorgnis und Erschöpfung. 

Als Ursache spielt vor allem die radikale Umstellung des Hormonhaushalts nach der Geburt eine Rolle. Persönliche Lebensumstände wie Unsicherheiten im sozialen und finanziellen Umfeld können derartige seelische Probleme aber mit auslösen. Individuelle Faktoren tragen ebenfalls dazu bei, zum Beispiel wenn die junge Mutter zu sehr darauf fixiert ist, alles hundertprozentig richtig und perfekt zu machen - und erkennen muss, dass in der Zeit nach der Geburt nichts mehr planbar ist. Inzwischen weiss man, dass Mütter, die ihre Babys in der Klinik bei sich behalten können (das sog. Rooming-in), seltener an solch einer depressiven Verstimmung leiden.

Eine leichte Wochenbettdepression ist in der Regel nach ungefähr einer Woche überstanden. Am besten geht es, wenn Sie während dieser Zeit möglichst viel tatkräftige und moralische Unterstützung durch Ihren Partner, Ihre Familie und Ihre Freunde bekommen. Schweigen Sie deshalb nicht! Sprechen Sie über Ihre Gefühle, anstatt sie in sich aufzustauen. Weinen Sie ruhig, wenn Ihnen danach ist. Vor allem: Haben Sie keine Angst, dem falschen Klischee der glücklichen Wöchnerin nicht zu entsprechen. Denken Sie daran, dass es der Mehrzahl der Frischentbundenen genauso wie Ihnen geht! Meiden Sie alles, was Sie zu sehr beansprucht, und überanstrengen Sie sich nicht. Nehmen Sie sich etwas Zeit für sich selbst. Gönnen Sie sich auch einmal eine Erholungspause, um Energie zu tanken. Gesunde Ernährung und leichte körperliche Übungen bauen ebenfalls Spannungen ab. Sie sollten auch ab und zu Ihr Baby an eine Vertrauensperson abgeben, aus dem Haus gehen und sich mit Freunden treffen. So schöpfen Sie neue Kraft und werden bald wieder ins Gleichgewicht kommen.

Sollte Ihre Depression andauern, kann es sich um eine ernstere Form der Wochenbettdepression, vielleicht sogar um eine Wochenbettpsychose, handeln. Sie sollten dann so bald wie möglich mit Ihrer Hebamme, Mütterberaterin oder Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin sprechen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.mutterglueck.ch , www.postnatale-depression.ch und in unserem Experten-Interview mit Frau Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler.

Bitte lesen Sie dazu im Bereich "Aktuell":
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Übergewicht vor der Schwangerschaft - Depressionen danach
Plazentahormon zeigt Wochenbettdepression an

Stand: 05/09, BH

 

 

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