Inhalationsanästhesie

Inhalationsnarkosen sind in der Schweiz nicht sehr gebräuchlich. In England werden sie dagegen sogar bei Hausgeburten eingesetzt.

Für die Inhalationsanästhesie benutzt man meist eine 1:1-Mischung aus Lachgas und Sauerstoff. Sie wird entweder über eine Inhalationsmaske aus Gummi oder über ein Mundstück, das die Betreffende selbst hält, eingeatmet. Das Schmerzzentrum im Gehirn wird betäubt und die Gebärende in einen sehr gelassenen oder auch heiteren Gemütszustand versetzt. Dadurch wird das Schmerzerleben verändert, die Schmerzen erscheinen erträglicher.

Die Inhalationsanästhesie ist sehr leicht zu handhaben. Die Dosierung, d.h. wieviel Sie einatmen, liegt ganz bei Ihnen. Eine Überdosierung kann praktisch nicht eintreten. Viele Mütter nutzen die Maske bereits in der ersten Wehenphase, manche hingegen erst gegen Ende der Geburt. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen Sie mit dem Einatmen des Gemisches beginnen, sobald Sie die ersten Anzeichen einer Kontraktion spüren und damit fortfahren, bis die Wehe am stärksten ist. Die Wirkung tritt gewöhnlich relativ schnell ein, schon nach etwa 15 – 20 Sekunden und hält dann nur ca. 60 Sekunden an.

Es kann sein, dass Sie den Wehenschmerz dennoch spüren. Dann stehen Ihnen natürlich andere, zusätzliche Schmerzmittel zur Verfügung. Das Atmen durch das Mundstück kann auch ein trockenes Gefühl im Mund verursachen. Lippenbalsam kann hier Abhilfe schaffen.

Das Lachgasgemisch kann auch leichte Orientierungslosigkeit oder Benommenheit verursachen: Vielleicht fühlen Sie sich schläfrig, benebelt, übel oder schwindelig. Alle diese möglichen Auswirkungen verschwinden jedoch innerhalb von wenigen Minuten nach dem Inhalieren.

Stand: 09/05, BH

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