Die meisten Babys werden mit dem Kopf zuerst geboren, seltener kommt es mit dem Steiss zuerst zur Welt (sog. Beckenendlage). Noch seltener kommt es vor, dass das Baby in einer ungewöhnlichen oder ungünstigen Position liegt. Solch eine regelwidrige Kindslage kann eine vaginale Geburt schwierig oder gar unmöglich machen.
Zwei Drittel aller Babys haben sich bis zur 32. Schwangerschaftswoche in der Gebärmutter mit dem Kopf nach unten eingerichtet. Nach 36 Wochen liegen schon 95 % in der Schädellage. Der Grund: Gesäss und Beine haben mehr Bewegungsbedarf und nehmen mehr Platz ein als der Kopf. Daher liegen diese im oberen, weiteren Bereich der Gebärmutter. Das Kind steht praktisch auf dem Kopf im kleinen Becken der Mutter, sodass der Schädel den Weg durch den Geburtskanal für den kleinen Körper bahnen kann. Der Kopf des Kindes kann sich durch seine bindegewebigen Nähte (Fontanellen) verkleinern und der Form des mütterlichen Beckens und dem engen Geburtskanal anpassen. Normal ist dabei die vordere Hinterhauptslage, bei der der Kopfumfang den kleinsten Durchmesser hat.
Bis zur Geburt ändert sich an dieser Statistik nicht mehr viel: Dann liegen 96% der Kinder in der Kopflage, 3% in der Beckenendlage (Steisslage) und 1% in der Quer- oder Schräglage.
Die sogenannten Lageanomalien:
Ein bisschen anders verhält es sich, wenn sich das Baby zwar in der Schädellage befindet, aber der Kopf nicht zum Brustbein hin gebeugt ist, z.B. in der Vorderhauptslage, Stirnlage oder Gesichtslage. Das nennt man Haltungsanomalie. Durch die ungünstigere Haltung kann der Kopfumfang um bis zu 4 cm grösser werden - entsprechend schwieriger die Geburt.
Stand: 04/09, BH
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