Beckenend- oder Steisslage

Normalerweise ist das Köpfchen der Teil des Kindes, der zuerst geboren wird. Es ist der grösste und gleichzeitig auch der härteste, am wenigsten verformbare Teil und weitet die Geburtswege genügend auf, sodass der restliche Körper nach der Geburt des Kopfes ganz leicht herausgleiten kann.

Am Ende des siebten Schwangerschaftsmonats sitzt noch ein Viertel der Kinder mit dem Füdli nach unten. Die meisten kriegen dann noch den richtigen Dreh. Hat Ihr Baby sich aber in den letzten 3-4 Wochen der Schwangerschaft noch nicht mit dem Köpfchen nach unten (Vertex) eingestellt und ist eine äussere Wendung oder ein alternativer Wendungsversuch nicht erfolgreich gewesen, bleibt Ihr Baby wahrscheinlich bis zur Geburt in der Steisslage. Es sitzt dann sozusagen im Schneidersitz auf dem Gebärmutterhals, die Knie gebeugt und die Fersen am Po. Das ist bei ca. 2-3 % aller Geburten der Fall, und man kann es durch Abtasten von aussen oder durch eine Ultraschalluntersuchung genau feststellen.

Beckenendlagen findet man etwas häufiger

Häufigste Form der BeckenendlageSie müssen nun in einer solchen Situation mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin besprechen, ob es vertretbar ist, das Kind aus der Steisslage vaginal zu gebären. Zwar kann sich jedes Kind noch theoretisch bis zum Wehenbeginn in die Schädellage drehen, aber es wird mit jedem Tag unwahrscheinlicher.

Bestehen gewissen Risiken bei einer vaginalen Geburt, wird meist von vornherein ein Kaiserschnitt empfohlen, zum Beispiel bei einer Frühgeburt, wenn das Baby zu klein oder zu gross ist oder die Füsse oder die Nabelschnur bei der Geburt zuerst erscheinen würden. Auch ein zu enges Becken der Mutter ist ein Grund, besser gleich an eine Schnittentbindung zu denken. Deshalb finden neun von zehn Beckenendlagengeburten per Kaiserschnitt statt.

Liegen alle diese Risiken nicht vor, bietet man Ihnen eventuell die Wahl zwischen einer vaginalen Entbindung und einem geplanten Kaiserschnitt. Eine vaginale Steisslagengeburt ist aber immer komplizierter als eine Schädellagengeburt. Es besteht ein etwas erhöhtes Risiko, dass das Baby verletzt oder geschädigt wird. Deshalb sollte eine solche Entbindung nur von einem darin sehr erfahrenen Geburtshelfer und immer in Bereitschaft für einen notfallmässigen Kaiserschnitt durchgeführt werden. Auch nimmt man normalerweise eine Epiduralanästhesie vor für den Fall, dass ein Ärmchen hochgeschlagen ist oder das Köpfchen stecken bleibt und der Geburtshelfer oder die Geburtshelferin das Baby zur Entbindung manipulieren oder befreien muss.

Handelt es sich um Ihre erste Geburt, ist sehr wahrscheinlich auch eine Episiotomie (Dammschnitt) notwendig, um den Durchtritt des Köpfchens zu erleichtern. Ihre Hebamme, Ihr Geburtshelfer oder Ihre Geburtshelferin wird den Kopf des Babys entweder mit den Händen oder, was sehr selten der Fall sein dürfte, mit einer Zange sanft aus der Scheide holen. Bei einer Beckenendlagengeburt muss das Kind ständig überwacht werden, damit bei den geringsten Anzeichen eines Sauerstoffmangels eingegriffen werden kann.

Interessante Erfahrungsberichte über eine vaginale BEL-Geburt, die uns Forum-Benutzerinnen zur Verfügung gestellt haben, finden Sie hier.

Bei einer Querlage, Schräglage oder noch selteneren geburtswidrigen Lagen des Kindes wird in der Regel automatisch ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Stand: 02/10, BH

 

info [at] swissmom.ch

Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung durch medizinisch ausgebildete Fachleute.

Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen

copyright swissmom.ch 2009

Newsletter
Anthrazit Siegel