Die künstliche Einleitung der Wehen wird auch als Induktion bezeichnet. Sobald die Wehen eingesetzt haben, kann die restliche Geburt meist normal verlaufen. Die Induktion wird für gewöhnlich vor der Entbindung geplant, so dass Sie genau darüber informiert sein sollten, warum die Wehen bei Ihnen künstlich eingeleitet werden.
Die Wehen können auf verschiedene Weise angeregt werden, z.B. durch Sprengung der Fruchtblase (Amniotomie) oder Gabe von wehenfördernden Hormonen. Jede Methode beruht im Prinzip auf der Stimulation der Gebärmutteraktivität. Einige Krankenhäuser kombinieren auch verschiedene Methoden.
Künstliche Wehen können schmerzhafter als natürliche Wehen sein, weshalb häufiger schmerzstillende Methoden angewendet werden. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass zusätzliche Massnahmen wie eine Epiduralanästhesie oder eine Zangengeburt durchgeführt werden müssen. Dies gilt in erster Linie für Erstgebärende, bei denen die künstliche Einleitung der Wehen häufiger zu einem notfallmässigen Kaiserschnitt führt. Herzschlag von Mutter und Kind werden während der Induktion sorgfältig überwacht.
Als Wehenförderung bezeichnet man die Verstärkung schon vorhandener, aber nicht ausreichender Wehentätigkeit (protrahierte Geburt). Bei dieser Methode werden die schwachen oder nachlassenden Wehen durch eine Oxytozin- oder Syntozinon-Infusion verstärkt. Der Grund dafür ist die Gefahr, dass bei Müttern, die zu lange in den Wehen liegen, Komplikationen wie Pyrexie (hohe Temperatur) auftreten können. Auch während der Wehenförderung wird eine ständige Überwachung durchgeführt.
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Stand: 11/08, BH
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