Wehenschwäche

Es gibt verschiedene Gründe für einen mangelnden Geburtsfortschritt, z.B. dass sich der Muttermund nicht öffnet oder nur langsam erweitert, die Gebärmutterkontraktionen nicht effektiv oder nicht ausreichend, zu schwach und unregelmässig sind oder sogar ganz aufhören. Das wird als Wehenschwäche oder Wehendystokie bezeichnet. Ein häufiger Grund für eine verlängerte Geburtsdauer kann auch ein relatives Missverhältnis zwischen der Grösse des Kindes und dem mütterlichen Becken sein.

Dauern die Wehen zu lange, sind manche Mütter spätestens in der Austreibungsphase so erschöpft, dass sie nicht mehr die nötige Kraft und Energie zum Pressen aufbringen. Im Endstadium der Geburt wird dann möglicherweise eine Saugglocke oder eine geburtshilfliche Zange eingesetzt, wenn der Kopf des Babys erscheint.

In anderen Situationen, in denen die Entbindung sehr langsam verläuft, müssen die Wehen verstärkt werden, entweder hormonell über eine intravenöse Infusion oder mit einer  Blasensprengung. Der Grund dafür ist die Gefahr, dass bei Müttern, die zu lange in den Wehen liegen, Komplikationen wie Pyrexie (hohe Temperatur) auftreten können. Falls sich der Geburtsprozess immer noch nicht beschleunigt, zum Beispiel dann, wenn sich der Gebärmutterhals zwar auf 3 bis 4 cm geöffnet hat, sich aber zwei bis vier Stunden nach Prostaglandingabe nicht weiter dehnt, ist gegebenenfalls ein Kaiserschnitt (in der Eröffnungsphase) die beste Lösung.

Stand: 06/09, BH

 

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