So wird ein Dammschnitt durchgeführt - und so heilt er schnell

Die Episiotomie wird fast immer unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Normalerweise ist dies ein Pudendusblock, wobei das Narkosemittel in das stark gedehnte Dammgewebe injiziert wird. Wenn bereits eine Regionalanästhesie, z.B. eine PDA, liegt, ist eine weitere Betäubung nicht notwendig. Der Schnitt wird mit einer speziellen Schere durchgeführt, deren untenliegende Hälfte nach unten gerundet und mit einer Verdickung vorne versehen ist. So können keine versehentlichen Verletzungen am innenliegenden Gewebe passieren. Ähnlich wie bei einem Saumtrenner, den Sie wahrscheinlich im Nähkasten haben. Es wird dann wirklich nur das stark gespannte Dammgewebe durchtrennt. Der Schnitt wird nach der Entbindung mit Fäden genäht, die sich mit der Zeit selbst auflösen.

Normalerweise heilt ein Dammschnitt sehr schnell. Sie können aber durchaus einige Wochen lang ein Ziehen beim Sitzen, Laufen oder Wasserlassen spüren. In den ersten paar Tagen nach der Geburt tut ein aufblasbarer Ring als Sitzkissen sehr gute Dienste. Spülen Sie den Genitalbereich nach jedem Toilettengang sorgfältig mit warmem Wasser. Wenn Sie kein Bidet zur Verfügung haben, können Sie sich auf dem WC sitzend mit einer sauberen PET-Flasche mit warmem Leitungswasser behelfen. Trocknen sie den Dammbereich dann vorsichtig ohne zu reiben, eventuell mit einem nur leicht warmen Föhn. Sitzbäder mit Kamillen-Extrakt oder mit Totem-Meer-Salz haben sich bei der Pflege der Episiotomie-Naht bewährt, ebenso Arnika-Kompressen oder auch das Kühlen mit Eiswürfeln oder einem Cold-Pack.

Bei starken Schmerzen können Sie Medikamente bekommen, mit denen Sie durchaus weiter stillen dürfen.

Stand: 9/09, BH

 

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