Zur Überwachung der Herzfrequenz Ihres Kindes und Ihrer Kontraktionen wird eine elektronische Überwachungsmethode eingesetzt. Ein externes Gerät, der sogenannte Kardiotokograph (auch CTG oder Herztonwehenschreiber genannt), zeichnet die Länge, Häufigkeit und Stärke der Wehen und die Herztöne des Kindes mittels Schallköpfen auf. Diese Schallköpfe sind mit zwei Gürteln auf Ihrem Bauch platziert. Der Wehenschreiber funktionert mechanisch. Entsteht durch das Hartwerden Ihres Bauches Druck, zeichnet er eine Wehe auf. Ist er richtig fixiert, kann in den meisten Fällen genau gesagt werden, wann und wie lange Sie eine Wehe hatten. Die gefühlte Stärke dieser Wehe können jedoch nur Sie selbst beschreiben. „Kleine Wehenhügel“ auf dem CTG-Streifen bedeuten nicht unbedingt, dass Sie schwache Wehen haben.
Manchmal sind die Herztöne des Babys mit dem externen Schallkopf kaum oder nur schwer zu hören. In diesem Fall kann Ihre Hebamme oder Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin es für ratsam halten, die Herzfrequenz mittels einer internen Elektrode direkt bei dem Baby selbst zu messen. Die Elektrode, deren Draht mit Plastik ummantelt ist, wird dabei durch die Scheide eingeführt und an der Kopfhaut des Babys befestigt (Kopfschwartenelektrode). Das geht natürlich erst, wenn der Muttermund schon so weit geöffnet ist, dass das Köpfchen des Kindes gut zu ertasten ist und die Fruchtblase bereits geöffnet ist.
Die kontinuierliche elektronische Überwachung während der gesamten Geburt wird in der Regel nur dann als Routineverfahren eingesetzt, wenn während Ihrer Schwangerschaft oder während der Wehen Komplikationen aufgetreten sind, bzw. bei Ihnen die Wehen eingeleitet wurden oder eine Epiduralanästhesie liegt.
Ob bei normalem Verlauf von Schwangerschaft und Wehen grundsätzlich eine kontinuierliche Überwachung angewandt werden sollte, wird heutzutage eher bezweifelt. Zwar können eventuell auftretende Komplikationen etwas früher bemerkt werden, aber Beweise gibt es hierfür nur wenige. Der Nachteil der Geräte liegt darin, dass die Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, obwohl es mittlerweile in den meisten Kliniken CTG-Geräte gibt, die den Schwangeren z.B. einen Spaziergang ermöglichen (Telemetrie). Und: Da die Kontraktionen der Gebärmutter während der Wehen für den Fetus jedes Mal eine Belastungssituation darstellen, kann es leicht passieren, dass die Herzfrequenz des Babys etwas sinkt. Das ist normalerweise harmlos, denn bei 80 % aller überwachten Wehen werden geringe Abweichungen bei der Herzfrequenz registriert, die sich für gewöhnlich mit Nachlassen der Kontraktionen von selbst wieder ausgleichen. Bei unkompliziertem Geburtsverlauf wird so unter Umständen für unnötige Beunruhigung gesorgt.
Viele Geburtshelfer meinen deshalb, es sei bei einer normalen Geburt ohne vorbestehende Risiken ausreichend, von Zeit zu Zeit die Herztöne des Kindes zu kontrollieren. Dies nennt man periodische Überwachung. Sie geschieht entweder mit einem CTG oder einem Dopton (kleines Gerät, welches die Herztöne des Babys nach dem Doppler-Ultraschall-Prinzip akustisch wiedergibt, aber sie nicht aufzeichnet).
Bei Verdacht auf Sauerstoffmangelversorgung des Kindes kann sein Zustand direkt mit der Technik der Mikroblutanalyse beurteilt werden.
Stand: 01/08, BH/ET, 11/11, das Swissmom Hebammen-Team
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