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Die Nachgeburt

Die sogenannte "dritte Geburtsphase" ist die Zeit der Nachgeburt. Sie dauert von der Geburt des Kindes bis zur Ausstossung der Plazenta zusammen mit der Nabelschnur und den Eihäuten. Diese Gewebe bezeichnet man auch als Nachgeburt. Die Nachgeburtsphase ist die kürzeste der Geburtsphasen, normalerweise 10 bis 20 Minuten lang und - verglichen mit der Eröffnungsphase -  relativ schmerzfrei.

Nach der Geburt Ihres Kindes entspannt sich Ihre Gebärmutter erst einmal automatisch, um sich dann aber sofort wieder zusammenzuziehen: Ungefähr 15 Minuten später setzen mehr oder weniger starke Kontraktionen wieder ein. Diese sehr wichtigen Kontraktionen werden verstärkt, wenn Sie schon gleich nach der Geburt Ihr neugeborenes Baby an der Brust anlegen und dadurch wichtige Hormone ausgeschüttet werden. Förderlich ist auch ein Haltungswechsel (aufsetzen oder aufstehen), wenn die Plazenta möglicherweise an der Gebärmutterwand festhängt. Eine leichte, kreisende Bauchmassage regt ebenfalls die Nachwehen an.

Entnahme noch Nabelschnurrestblut zur StammzellengewinnungSie werden wahrscheinlich noch einmal aufgefordert, leicht zu pressen, wenn die Plazenta sich von der Gebärmutterwand gelöst hat und austritt. Die Ausstossung der Plazenta geht viel leichter als das Herauspressen des Kindes, denn die Plazenta ist zwar etwa kuchentellergross und ca. 2 - 3 cm dick, aber weich und schwammig, und sie hat nur etwa ein Sechstel des Gewichts Ihres Kindes.

Die Plazenta wird sehr sorgfältig auf Vollständigkeit untersucht, damit ausgeschlossen werden kann, dass Teile des Mutterkuchens in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. Sollte dies der Fall sein, müssen die restlichen Gewebsstücke sofort entfernt werden, sonst kann sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen und es kann zu sehr gefährlichen Blutungen kommen. In seltenen Fällen löst sich die Plazenta nicht von allein und muss vom Geburtshelfer entfernt werden (Placenta accreta). Zur Förderung der Gebärmutterkontraktionen und zur Vermeidung von Nachblutungen können zur Wehenanregung Oxytozin-ähnliche Medikamente gegeben werden.

Aus dem Nabelschnurrestblut können wertvolle Stammzellen gewonnen werden, die in einer privaten oder öffentlichen Nabelschnurblutbank für den therapeutischen Einsatz bei bestimmten Erkrankungen gelagert werden.

Sollte es bei Ihnen zu einem Riss gekommen sein oder war ein Dammschnitt erforderlich, so muss er jetzt versorgt und vernäht werden. Falls Sie noch kein Schmerzmittel unter der Geburt hatten, wird Ihnen dazu ein Lokalanästhetikum in den Dammbereich injiziert.

Stand: 01/08, BH



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