Das ist von Frau zu Frau und sogar bei der gleichen Frau von Geburt zu Geburt verschieden! Die Länge einer Geburt hängt von mehreren Faktoren ab: Der Wichtigste: Ist es Ihr erstes Kind oder haben Sie schon vorher Kinder zur Welt gebracht? Bei einer Erstgebärenden kann man sagen, dass sich die Geburt durchschnittlich über 12 bis 14 Stunden hinzieht, während die nächsten Geburten mit durchschnittlich ca. 7 Stunden bedeutend kürzer sind. Wenn Ihre erste Geburt rasch abgelaufen ist, haben Sie gute Chancen, dass es auch beim zweiten Kind schnell gehen wird. Im Extremfall erstreckt sich die Wehentätigkeit über 24 Stunden oder sogar noch länger, wohingegen manche Mütter ihr Kind schon nach zwei Stunden zur Welt bringen. Beides entspricht jedoch nicht der Norm.
Lassen Sie sich auch von Erzählungen anderer Frauen nicht erschrecken: Zeitangaben sagen nichts darüber aus, wie leicht oder schwer eine Geburt war. So können Entbindungen, die nur zwei oder drei Stunden dauern, viel unangenehmer sein als solche, die zwar länger dauern, aber dafür genügend Erholungspausen zwischen den Wehen bieten.
Manche Frauen haben Stunden, oder sogar Tage vor der eigentlichen Geburt bereits gut spürbare Vorwehen, die sie oft auch nicht mehr richtig schlafen lassen. Bei den Erzählungen von extrem langen Geburten wird möglicherweise auch diese Zeit der Vorwehen, die sogenannte Latenzphase, zur Geburt gezählt. Eine lange Latenzphase, in der trotz spürbaren Wehen die Geburt nicht richtig beginnt und sich der Muttermund nicht öffnet, kann sehr ermüdend und auch frustrierend sein. Wenn Sie zu den Frauen gehören, die einen solchen Auftakt zur Geburt erleben, lassen Sie sich von Ihrer Hebamme und Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt beraten. Je nach Situation werden diese Ihnen Tipps und Hilfsmittel geben, wie Sie sich trotzdem noch erholen, oder den Geburtsbeginn beschleunigen können.
Erfahrene Hebammen haben ein paar Grundregeln für die Dauer der Geburt: Für jeden Zentimeter Muttermundsöffnung werden Sie noch eine Stunde Wehen brauchen. Der Muttermund ist vollständig geöffnet mit 10 cm. Meist ist der Muttermund schon 2-3 cm weit geöffnet, wenn Sie in die Klinik fahren. Richtig schmerzhaft werden die Wehen ab etwa 5 cm Muttermundsweite.
Die Pressphase dauert dann noch einmal etwa eine Stunde. Dies ist aber eine Phase, die viele Frauen trotz der Schmerzen als Erleichterung empfinden, denn jetzt kann aktiv mitgearbeitet werden und es geht zügig voran.
Bitte lesen Sie dazu auch in unserem Bereich "Verschiedenes/Aktuell":
Knaben brauchen etwas länger
Stand: 06/08, BH, 11/11 das Swissmom Hebammen-Team
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