Der dritte Monat 

Ihr Baby wächst und entwickelt sich jetzt rasend schnell. Im Durchschnitt nehmen Säuglinge in dieser Phase 20 g pro Tag zu. Aber das Wachstum erfolgt in Schüben, so dass mal keine Veränderung, mal eine grössere Gewichtszunahme zu verzeichnen ist. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen, wenn Ihr Baby auf einmal mehr Hunger hat! Das Angebot an Muttermilch stellt sich nach wenigen Tagen schon auf die vermehrte Nachfrage ein. Pro Woche wird Ihr Kind um ca. 1 cm grösser. Und auch der Kopfumfang (Hutmass) wächst um 1 bis 2 cm in jeder Woche. Die angeborenen Reflexe sind schon abhanden gekommen oder verschwinden allmählich, so z.B. der Schreit-Reflex. Das klingt zunächst irritierend, ist aber wichtig, weil dieser Reflex das spätere Laufen behindert. Der Verlust des Schreit-Reflexes ist Ausdruck einer altersgerechten Entwicklung des Nervensystems.

Seien Sie jetzt nicht besorgt, wenn Ihr Baby Haare verliert. Das ist absolut normal und Folge der Dehnung der Kopfhaut durch das Wachsen des Schädels. Die Menge der Haare eines Babys hängt mit dem Hormonspiegel der Mutter zusammen, und wahrscheinlich erleben oder erlebten Sie ja auch Haarausfall nach der Geburt bei sich selbst. Die Haarfarbe kann sich in den ersten Monaten noch ändern. Erst gegen Ende des dritten Monats kann man sagen, welche Farbe bleiben wird.

Ihr Baby braucht jetzt viel weniger Schlaf. Lieber möchte es seine Umwelt beobachten und unterhalten werden. Sorgen Sie dafür, dass es in seinen Wachphasen mitten im Trubel ist und soviel wie möglich sehen und lernen kann. Aber es muss auch bequem liegen. Eine Babywippe ist über Stunden kein geeigneter Ort!

Mit drei Monaten ist vor allem die für Gehör, Sprache und Geruchssinn zuständige Gehirnhälfte Ihres Babys schon recht gut entwickelt und aktiv. Sinneseindrücke müssen ja dort im Gehirn auch verarbeitet werden. Gehen Sie auf Ihr Baby ein, indem Sie viel mit ihm reden. Und beobachten Sie, ob es gut hört: Gibt es vor dem Ohr ein lautes Geräusch, dann sollte es auf das Geräusch achten und zum Beispiel auch kurz mit dem Schreien aufhören.

Viele junge Mütter kehren jetzt zur Arbeitsstelle zurück. Daraus erwächst ein natürlicher Zwiespalt. Zum einen der Wunsch das frühere Leben und den damit verbundenen Rhythmus wieder aufzunehmen, vielleicht auch etwas Abstand nach all dem Schwangerschafts-, Geburts- und Nachgeburts-Trubel zu gewinnen. Zum anderen machen sich nicht wenige Mütter Vorwürfe, ihr Kind gerade jetzt in dieser spannenden Entwicklungsphase so lange allein zu lassen. Man fühlt sich hin und her gerissen. Trösten Sie sich damit, dass es allen Müttern so geht. Wenn Sie zumindest teilweise weiter stillen wollen, finden Sie bei uns viele Tipps - nicht nur zum Abpumpen.

Auch für das Kind bedeutet es einen grossen Einschnitt, wenn die vertrauteste Person, die Mutter, plötzlich lange Zeit nicht mehr präsent ist und die Kinderbetreuung von einer zunächst etwas weniger vertrauten (wie dem Vater) oder sogar fremden Person übernommen wird. Man sollte daher das Kind schon frühzeitig vor dieser "Trennung" an andere Personen gewöhnen. So kann man das Baby behutsam vorbereiten und ihm Sicherheit geben, dass die Mutter immer wieder zurückkehrt. Und auch für Sie hat es den Vorteil, dass Sie während der Arbeit nicht ständig von Gewissensbissen und Sorgen gequält werden, wie es Ihrem Kind nun ergeht. Die Sorge einer Mutter ist verständlich und wichtig, aber für eine Fortführung Ihrer Karriere ist Konzentration auf die Arbeit genauso bedeutend. Ob Kinderkrippe, Tagesmutter, Grossmutter, Kindsvater oder Freundin - absolutes Vertrauen ist nötig. Zögern Sie deshalb nicht (vor allem bei Fremden oder Institutionen), jede nur erdenkliche Frage zu stellen, die Ihnen durch den Kopf schwirrt. Es geht immerhin um das Wohl Ihres Kindes! Am besten wäre es natürlich, wenn Sie auch Erfahrungen anderer Mütter kennen. Wenn Ihnen im Laufe der Zeit Fehler auffallen oder Sie sich mit Ihrer Wahl unbehaglich fühlen, ist es der richtige Schritt, einen Wechsel vorzunehmen. Bei seinem Kind sollte man keine Kompromisse machen.

Fragen der Woche:
Unsere Tochter ist jetzt drei Monate alt und bekommt seit zwei Wochen den Schoppen. Ist das normal, dass sie danach eine rechte Portion wieder von sich gibt?
Darf mein Mann mit unserem Baby schmusen, wenn er gerade Fieberbläschen am Mund hat?

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