Wenn es mit dem Stillen Probleme gibt, muss das nicht gleich zum Abstillen führen. Manchmal ist die Milchproduktion nur kurzzeitig zu gering für den Bedarf, zum Beispiel bei Stress oder einem Wachstumsschub des Babys. Eine willkommene Alternative kann dann die Zwiemilch-Ernährung, also die Kombination aus Brust und Schoppen, sein. Viele Babys kommen damit überraschend gut zurecht.
Ein Versuch mit Zuschöppeln ist gerechtfertigt, wenn das Baby nicht ausreichend zunimmt und noch zu klein für Beikost ist. Oder wenn die Mutter berufstätig ist, nur zu bestimmten Zeiten stillen kann und nicht abpumpt. Vorher sollte sich die Mutter aber mit der Hebamme, Stillberaterin oder dem Arzt/Ärztin, Mütterberaterin abgesprochen haben, denn der zusätzliche Schoppen kann das Stillen mit seinem empfindlichen Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auch gefährden.
Wichtig ist, das Baby so oft wie möglich anzulegen, damit sich die Milchmenge dem erhöhten Bedarf anpassen kann. Das kann einige Tage dauern - aber es kommt! Grundsätzlich sollte auch vor dem Zuschöppeln immer erst die Brust gegeben werden. Achten Sie darauf, dass beide Brüste leer getrunken werden. Den Schoppen gibt es dann am Ende der Brustmahlzeit.
Die beste Nahrung zum Zuschöppeln ist Pre-Säuglingsmilch (Anfangsnahrung), weil sie der Muttermilch am ähnlichsten ist und auch nach Bedarf gefüttert werden kann. Als Sauger sind solche zu empfehlen, die möglichst wie die Brustwarze geformt sind und einen breiten Saugansatz haben, damit das Baby keinen Spitzmund formen muss. Dann kommt es am wenigsten leicht zur sogenannten Saugverwirrung. Das Loch sollte so klein wie möglich sein, das Baby soll sich anstrengen müssen! Sonst verweigert es eventuell die mühsamere Brustmahlzeit.
Hat sich die Milchproduktion durch das häufige Anlegen wieder gesteigert, werden die Schoppenmahlzeiten nach und nach reduziert.
Stand: 02/08, BH
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