Es gibt nur ganz wenige medizinische Gründe, die gegen Stillen sprechen, sodass gleich nach der Geburt abgestillt werden muss. Diese sind:
Mindestens vier von fünf frischgebackenen Müttern wollen heutzutage ihre Babys stillen. Tatsächlich kann praktisch jede Frau stillen, wenn sie will, wenn sie von ihrer Umgebung unterstützt wird und umfassend informiert ist. Selbst bei einer Frühgeburt sollte die Milchproduktion mit der entsprechenden Hilfe erfolgreich anlaufen. So können Sie Ihrem Kind mit der abgepumpten Muttermilch auf der Intensivstation eine wertvolle Starthilfe geben.
Es spielt auch überhaupt keine Rolle, wie gross Ihre Brust ist. Selbst eine kleine Brust kann ausreichend Milch produzieren, denn die Brust ist ja kein Reservoir, sondern eine Produktionsstätte. Und wie gut das funktioniert, sieht man an den vielen Zwillingsmüttern, die erfolgreich beide Kinder stillen.
Hohlwarzen und Flachwarzen (die letzteren treten auf Druck hervor) sind ebenfalls kein Stillhindernis. Abbrausen mit kaltem Wasser führt zu einem Zusammenziehen der Milchgänge um die Muskelfasern herum und zum Hervortreten der Brustwarzen, sodass das Baby sie besser fassen kann. Mit Hilfe von Brustwarzenformern kann die Brustwarze schon während der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereitet werden. Stillhütchen sind nach der Geburt unter Umständen vorübergehend hilfreich, z.B. bei wunden Brustwarzen und starken Schmerzen beim Stillen.
Die meisten Infektionskrankheiten bei der Mutter sind kein Grund, auf das Stillen zu verzichten. Bei Windpocken, Herpes simplex und Herpes Zoster (Gürtelrose), aber auch Hepatitis A, und B kann durch Abdecken des befallenen Areals, durch Simultanimpfung oder Gabe von Immunglobulin ein ausreichender Schutz gewährleistet werden.
Aus unserem Bereich "Häufige Fragen":
Ich habe Fieber. Darf ich weiterhin stillen?
Stand: 01/09, MR
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