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Mamma Braunbär...

liegt unter dem Baum im Schatten. Sie geniesst ihre wohlverdiente Ruhe.Dabei sieht sie den Wolken zu, die am Himmel vorbei ziehen. Auf einmal setzt sich eine freche Biene auf ihre Nase. Mamma Braunbär erschrickt, und starrt die Biene schielenderweise an. Noch mehr erschrickt sie, als die Biene spricht: "Hey du, was liegst du so faul herum? Komm mit, ich hab da was, das dich gluschten könnte!"

Ganz gespannt läuft Mamma Braunbär dem Bienli nach in der Hoffnung, es gäbe viel Honig. Aber wohin führt sie die Biene?..............Zu einem See voller Frösche! "Was soll ich denn bei den Fröschen??" fragt Mamma Braunbär.
"Einer dieser Frösche ist dein verzauberter Bärenprinz". Ganz verdattert schaut der Bär die Biene an..."Und wie weiss ich, welcher Frosch das ist und du dir nicht einen Scherz erlaubst?" Darauf die Biene: "Dort, der pinkige, das, das ist er!" "Igitt, ich küsse doch keinen pinkigen Frosch" jammert die Bärin.

Hochnäsig dreht sie sich um, tappt zum nahgelegenen Felsen, legt sich dort hin...........und schläft schnarchend ein. Sie träumt von einer rauschenden Hochzeit mit dem Bärenprinzen. Sie trägt ein weisses raschelndes Brautkleid. Als Gäste sind alle Tiere des Waldes eingeladen. Es gibt ein leckeres Festessen.

Doch auf einmal schreckt sie auf, ein herzzerreissendes Gejammere hat sie geweckt. Sie schaut sich ängstlich und zugleich nervös um. Ja, von da hinten, dort wo ein Baum im See liegt.....von dort kommt dieses laute Schluchzen und Jammern. Frau Bär bekommt Mitleid und geht mal nachschauen, wer da so schluchzt und jammert und siehe da: Es ist der pinkige Frosch.

Sie bemerkt, dass der 'eklige' pinkige Frosch goldene Tränen weint. "Wer bist du und warum weinst du denn?" "Ich bin ganz allein und möchte doch so gerne eine Familie haben. Niemand möchte meine Familie sein, weil ich pink bin *Schluchz*" Mamma Braunbär kommt in den Sinn, was ihr die Biene gesummt hat. Was soll sie bloss tun?! Cool bleiben und mehr Infos einholen, denkt sie sich. "Warst du denn schon immer pink?" fragt sie den Frosch. "Ja leider...........sogar der Laich war schon pink............." Wieder fängt er jämmerlich an zu schluchzen! "Aber wenn der ganze Laich pink war, hast du doch sicher auch pinke Geschwister?" fragte Mamma Braunbär. "Nein, denn als ich noch eine Kaulquappe war, wurden alle meine Geschwister von einem Storch gefressen." "Da hattest du Glück, dass du pink bist. Man könnt dich aber auch färben, damit dich die anderen mögen."

Da kommt die Biene angeflogen und meint, dass damit das Problem aber nicht gelöst sei, denn nur sie, die Frau Bär, könne das Problem evtl. lösen. "Oh Gott, jetzt meint die Biene sicherlich wieder, dass ich den ekligen pinkigen Frosch küssen soll." Die Bärin überlegt kurz und meint dann... "Naja, so eklig kann das ja auch nicht sein", also entschied sie sich, den Frosch zu küssen. Doch als sie sich zum Frosch beugte, hüpfte dieser erschrocken zur Seite: "Ich lasse mich doch nicht von Mamma Braunbär küssen...quak!" - "Aber ich will dir doch nur helfen!" sagt Mamma Braunbär enttäuscht! "Ja, ja, diese Art von Hilfe kenne ich...........du willst mich bestimmt fressen!" -  "Ich dich fressen??? bestimmt nicht..." Mamma Braunbär denkt sich insgeheim, der kleine pinkige eklige Frosch hat sie doch nicht alle, den soll ich fressen, bäähh! Sie fragt den Frosch: "Willst Du nun Hilfe, oder nicht?" -  "Was für Hilfe kannst du mir denn schon geben?" fragt der Frosch entsetzt. "Möchtest du etwas anderes als ein pinkiger Frosch sein, den niemand mag und alle eklig finden? Möchtest Du eine Familie?" -  "Ja, das möchte ich ja schon gerne *seufz*.........aber schau, da kommt schon der Papabär mit deinen Kindern.............du musst gehen.......dein Mann wird sicher sehr böse mit dir brummen...........wenn er sieht, dass du mit mir sprichst".............. "Nein sicher nicht, denn er weiss, dass nur der Charakter zählt... Und abgesehen davon ist er nicht mein Mann, sondern mein Bruder mit meinen Nichten und Neffen..." - "Ach so, wenn das so ist...", meint der Frosch, "dann................aber warum nennen dich denn alle Tiere des Waldes Mammabär?" "Das liegt wohl daran, das ich mich immer um alle Tiere des Waldes kümmere, auch dir würde ich doch so gerne helfen! Nur weiss ich noch nicht so recht, wie ich das anstellen soll. Und ausserdem lässt du mich ja nicht."

Der Frosch runzelt die Stirn und überlegt was er nun tun soll......... "Könntest du........könntest du denn einen Prinzen aus mir machen?" fragt der Frosch ganz aufgeregt. "Das weiss ich nicht.. die Biene hat dies gesagt, doch probieren kann ich es. Vielleicht wird ja aus dir ein Prinz, wenn wir gemeinsam gaaanz fest mit den Ohren wackeln?" - "Nein, das geht nicht, die Biene hat dir doch gesagt, du müsstest mich küssen, wie in dem Märchen....also dann probieren wir es doch..." Mammabär bückt sich und als sie gerade küssen will, kommt die Biene angeflogen und ruft ganz laut "HALT"...

Verdutzt schauen Frosch und Bärenmama auf. "Was ist denn?" fragen beide wie aus einem Mund. "Küssen tut man doch auf den Mund und nicht auf den Po!"- "Uups.... das ist aber auch schwer zu sehen wenn alles pink ist!" Und so küssen sie sich auf den Mund....

Erst passiert gar nichts und plötzlich steigt ein pinkiger Rauch auf der den ganzen See einnebelt. Aus dem Nebel erscheint eine hübsche Fee und fragt: "Woher komm ich denn nun?" Mamma Braunbär und der pinkige Frosch schauen sich mit grossen Augen an, und dann bemerken sie - die Biene ist verschwunden. Hat sich jetzt die Biene verwandelt oder ist da mit Küssen etwas falsch gelaufen?

"Weil ihr euch so mutig geküsst habt, hat jeder von euch einen Wunsch frei" sagt die Fee. Doch die beiden können es nicht glauben und schauen sich verdutzt an... "Hmmmm, du meinst einen richtigen Wunsch.................ist alles erlaubt?" fragt der noch immer pinkige Frosch. "Ja," antwortet die Fee, "alles ist erlaubt. Aber für jeden gibt es nur einen Wunsch, und der kann nie mehr rückgängig gemacht werden. Also überlegt es euch gut!" Jetzt heisst es aber gut überlegen, was man sich wünschen soll, wenn man so viele Wünsche hat wie Mamma Braunbär und der pinkige Frosch. Und beide fangen an zu grübeln...während der Frosch aufgeregt an der Farbe Grün für seinen Körper herumstudiert, zählt Mammabär die Menge der Honigtöpfe, die sie wünschen könnte! Die Zeit vergeht und sie wissen einfach nicht, was sie sich wünschen sollen.

"So, beeilt Euch," sagt die Fee "Wenn die Sonne am Horizont verschwunden ist, muss ich auch gehen." Nur noch fünf Minuten und die Sonne ist weg. Die Köpfe rauchen, sie überlegen... Und plötzlich sagt der Frosch: "Ich weiss, ich weissss was ich will!" - "Was denn?" fragt die Fee. "Ich wünsche mir mit meinem Wunsch noch zehn freie Wünsche für mich allein!" Die Fee stutzte...damit hatte sie aber nicht gerechnet! Nach kurzem Überlegen sagte sie:"Also lieber Frosch: Weisst du denn nicht, dass es sowas wie Wunschregeln gibt? Man kann sich doch nicht mehrere Wünsche wünschen, ich erfülle jedem EINEN Wunsch!" Da sagt der Frosch: "Wunsch ist Wunsch, oder nicht?" Das stimmt schon, aber in drei Minuten müsstest Du alle zehn Wünsche genannt haben"....."Hmmm, dafür reicht die Zeit nun wirklich nicht" sagt der Frosch. Und beide besinnen sich nochmal ganz kurz, der Frosch sprach schneller - "Also ich möchte auch ein Bär sein, aber nicht so ein brauner, lieber ein weisser!"

Es funkelt Sterne, ein Wirbelwind packt den pinkigen Frosch, wirbelt ihn hoch, und vor lauter Wirrwar sieht man nichts mehr, bis der wohl schönste Weissbär mit den freudigsten Funkelaugen vor der sprachlosen Bärenmama steht!

"Oh, bist du schön geworden!" spricht die Bärenmama."Und nun, nun bin ich dran.......Aber was soll ich mir denn wünschen, wenn du nun ein sooo hübscher Bär bist?" Da waren nämlich die Schmetterlinge im Bauch, die Mamabär ihren Wunsch nach Tausenden von Honigtöpfen in den Hintergrund schwinden liessen; war das Liebe???
"Also..........ich möchte eigentlich nur eine eigene Familie haben, und da du nun ein schöner weisser Bären-Mann bist......möchte ich deine Frau werden.............und Bären-Babys haben........gilt das auch als Wunsch?" - 
"Ich kann aus dir eine weisse Bären-Frau machen, aber der Rest muss sich dann bei euch selbst ergeben. Ist das so o.k?" - "Ja, das ist ok" , sagt Mamabär. "Ich wünsche mir, dass ich eine weisse Bärenfrau werde!" 

Die Fee fängt wieder an, mit dem Zauberstab zu fuchteln und sagt: "Tschiribu tschiriba!"... Und plötzlich ist die Fee weg. Dafür kommt eine wunderschöne, elegante weisse Bärendame zum Vorschein. Bärendame und Bärenmann schauen sich staunend an, und da hören sie: "Summ, summ, summ..." Der Bärenmann zuckt zusammen, als er die Biene heransummen hört, und seine wunderschönen braunen Augen haben den freudigen Glanz verloren! Mamabär sieht das und fragt :"Was ist denn los?" Der noch vor kurzem pinkige, unbeliebte frosch versucht seine Gefühle, seine Gedanken als wunderschöner Weissbär in Worte zu fassen. "Dann was?" fragt Mama Braunbär ungeduldig und schaut sich nach den anderen Bären um. "Wir sind weiss!!! So auffällig wie ein pinkiger Frosch!!!" - "Na und? Wir haben doch jetzt uns, da interessiert es doch keinen mehr, wie wir aussehen."

Und so lebten sie glücklich mit ihren vielen weissen Bärenkindern.

(Eine Geschichte, die satzweise von unseren Forum-Benutzerinnen weitergesponnen wurde. Gestartet am 30.5.2005 von Maschi und beendet am 17.6.2005 von devilmama)



 

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