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Sonnenschutz für Babyhaut

Sonne ist lebenswichtig. Sie kurbelt den Kreislauf an, gibt gute Laune und fördert in unserem Körper die Bildung des Vitamin D, das Kalzium in unserer Nahrung verwertet und für den Knochenstoffwechsel wichtig ist. Sonne ist auch verantwortlich für die Bräunung der Haut, die eine Schutzreaktion auf die schädliche Strahlung ist.

Denn Sonne hat auch ihre Schattenseiten. Zu lange Sonneneinstrahlung schwächt das Immunsystem und mobilisiert freie Radikale, die das Hautgewebe zerstören und Hautkrebs verursachen. Besonders für Babys kann sie gefährlich sein, denn ihre Haut ist nur ein Zehntel so dick wie die von Erwachsenen. Sie hat noch keine sogenannte Lichtschwiele entwickelt und bildet nur ungenügend Pigmente, um sich vor UV-Strahlen zu schützen. Experten warnen: Die Eigenschutzzeit (also die Zeit, in der sich die Haut selbst schützen kann, ohne einen Sonnenbrand zu entwickeln) von Kinderhaut beträgt nur 2-7 Minuten, und nach 5-10 Minuten kommt es je nach Alter schon zum Sonnenbrand. Ein Sonnenbrand ist bei Kindern gleich eine schwere Verbrennung, auf die sie sogar mit Fieber reagieren können. Ausserdem erhöhen Sonnenbrände im Kindesalter das spätere Hautkrebsrisiko beträchtlich!

Die Sonnenbestrahlung der ersten 18 Lebensjahre entspricht 80 % der gesamten Sonnenbestrahlung, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erhält, weil Kinder sich mehr im Freien aufhalten und meist weniger bekleidet sind. Babys sollten daher niemals direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sein! Ein schattiges Plätzchen findet sich immer. Immerhin hat auch dort die Sonne noch fast die Hälfte ihrer Wirkung. Und viele Sonnenschirme lassen immer noch einen grossen Teil der UV-Strahlung durch. Zwischen 11 und 15 Uhr gehören Babys und Kleinkinder grundsätzlich ins Haus, wenn die Sonne scheint!

Die Wahl der richtigen Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist also extrem wichtig. Rechtzeitig eincremen, denn der Sunblocker braucht etwa eine halbe Stunde, bis er seine volle Wirkung entfaltet hat. Vorsicht mit Babyöl, denn es fördert die Lichtempfindlichkeit der Haut.

Nach dem Plantschen oder Baden muss ein Kind sofort abgetrocknet werden, denn Wassertropfen wirken wie ein Brennglas auf der Haut. Danach erneut mit Sonnencreme einreiben, um den Schutzfilm wiederherzustellen.

Zumindest der Kopf mit seiner empfindlichen Kopfhaut sollte durch ein leichtes Baumwollmützchen, einen Hut mit breiter Krempe oder eine Kappe mit lang heruntergezogenem Nackenschutz geschützt werden. Der Oberkörper sollte durch ein langärmeliges dünnes Hemd oder T-Shirt bedeckt sein, die Beine durch lange Hosen. Mittlerweile gibt es auch - leider nicht sehr billige - Kinderkleidung mit UV-Schutz (UPF = UV-Protektions-Filter), der auch beim Waschen erhalten bleibt. Er sollte nicht weniger als Faktor 30 betragen. Allerdings schützt auch das nur für einen begrenzten Zeitraum vor der Sonne. Die neuen UV-Schutz-Waschmittel sind für Babywäsche wegen ihrer chemischen Zusammensetzung nicht sehr geeignet.

Reagiert Ihr Baby bei Sonnenschein mit Ausschlag, steckt nicht unbedingt eine Sonnenallergie dahinter, sondern oft auch Hitzepickel durch Hitzestau. Beim Schwitzen bilden sich winzige helle Bläschen oder rote Pünktchen. Am besten sorgen Sie mit weiter, luftdurchlässiger Baumwollkleidung vor. Ihr Baby sollte auf keine Fall zu warm angezogen sein. Achten Sie darauf, dass die Sonne nie direkt in den Kinderwagen scheint und fahren Sie möglichst nur im Schatten spazieren. Ein Kinderwagenschirm sorgt für Schatten, wenn das Verdeck heruntergeklappt ist.

Auch die Augen brauchen Sonnenschutz, vor allem in der Nähe von Wasser. Kinder haben sehr empfindliche Augen, weil ihre Augenlinsen noch nicht voll entwickelt sind und die UV-Strahlen kaum filtern. Die Strahlen treffen ungehindert auf die Netzhaut und können Entzündungen an Bindehaut und Hornhaut bewirken. Helle Augen reagieren auf UV-Strahlen noch stärker als dunkle. Im Handel gibt es Sonnenbrillen schon für Babys ab 9 Monaten und Kleinkinder. Wählen Sie eine, welche die schädlichen Strahlen optimal filtert und rutschfest sitzt. Die Fassung sollte so gross sein, dass auch an den Seiten kein Licht durchgelassen wird. Die Glasfarbe hat keinen Einfluss auf den Strahlenschutz, dunkle Gläser sind lediglich angenehmer bei greller Sonne.

Bitte beachten Sie auch das swissmom-Experteninterview zum Thema Sonnenschutz bei Kindern mit Dr. pharm. Renato Kaiser.

Stand: 01/11, BH/AS

 



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