Alle Neugeborenen europäischer Abstammung, also die meisten in Europa und Nordamerika geborenen Kinder, haben blaue Augen. Die tatsächliche Augenfarbe entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres. Die meisten schwarzen Babys haben dagegen bei der Geburt schon braune Augen.
Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist die Entwicklung der Pigmentzellen auf seiner Iris (Regenbogenhaut) und dem retinalen Pigment-Epithel (Zellschicht unter der Netzhaut) noch nicht abgeschlossen. Das Farbpigment Melanin lagert sich während der Schwangerschaft und noch während der ersten sechs bis sieben Lebensmonate in die Regenbogenhaut ein. Das führt dazu, dass das Licht, das durch die Iris ins Auge fällt, zunächst kaum absorbiert wird. Das wieder aus dem Auge herausfallende Licht erscheint bläulich, da nur die langwelligen Lichtanteile resorbiert, die kurzwelligen hingegen reflektiert werden. Aufgrund der spärlichen Pigmentierung sind die Säuglinge auch extrem lichtempfindlich, vertragen daher kein pralles Sonnenlicht. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz!
Für die Farbe Blau ist am wenigsten Farbpigment nötig. Je mehr Melanin sich einlagert, umso dunkler werden die Augen. Welche Augenfarbe letztlich entsteht, ist erblich festgelegt. Die Babys, deren Augen auch später noch blau sind, haben bei der Geburt dunkelblaue oder graublaue Augen, weil zu diesem Zeitpunkt schon mehr Pigment in der Iris vorhanden ist. Dunkelhäutige Kinder aus südlichen Ländern haben schon sehr früh braune Augen, weil bei ihnen genetisch bedingt eine grössere Menge Melanin als natürlicher Sonnenschutz eingelagert wird.
Für die Augenfarbe spielt auch die Dichte des Irisgewebes eine Rolle. Je dichter, desto dunkler die Augen. Auch dies ist vererbt. Nur bei Albinos sind die Augen bei der Geburt rötlich, weil die Pigmentzellen fehlen und der rote Augenhintergrund durchscheint. Dieser ist rot, weil er ein sehr stark durchblutetes Gewebe ist.
Quelle: DGK, 2003.
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