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Die Sinnesorgane des Neugeborenen

Die Sinnesorgane funktionieren bei Neugeborenen bereits sehr gut, so dass sie ihre Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren können. Neugeborene können bereits am ersten Lebenstag Menschen erkennen, insbesondere natürlich die Mutter.

Das Gehör: Babys haben hohe Stimmlagen besonders gerne, wie wir es im hohen Singsang der Babysprache instinktiv ausdrücken. Auch sind sie sehr schnell in der Lage, die Stimmen ihrer Eltern von denen anderer Menschen zu unterscheiden. Auf Geräusche reagieren Neugeborene durch einen veränderten Atemrhythmus und einen erstaunten Gesichtsausdruck.

Bereits vor der Geburt ( etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat) nehmen Babys Musik und andere Geräusche wahr und reagieren nach der Geburt darauf. Musik, bei der sich die Mutter während der Schwangerschaft entspannt hat, hat auch auf das Neugeborene eine beruhigende Wirkung, wenn es weint.

Bitte lesen Sie dazu auch in unserem Bereich "Aktuell":
Was Babys vor der Geburt hören können...

Das Sehvermögen (der Gesichtssinn): Neugeborene sehen sich alles, was man ihnen zeigt, einige Sekunden lang an, was darauf hinweist, dass sie das Objekt wahrnehmen. Je länger sie sich den Gegenstand anschauen, umso interessierter oder neugieriger sind sie. Besonders fasziniert schauen sie sich Gesichter an. Farben kann ein Neugeborenes kaum unterscheiden. Erst im Alter von vier Monaten kann es Farben gut erkennen. 

Bei den meisten Neugeborenen scheint es zunächst, als ob sie schielen. Dieser natürliche "Silberblick" liegt daran , dass sie besonders gut auf kurze Entfernungen sehen. Sie können ihren Blick gezielt auf Objekte in einer Entfernung von 20 bis 45 cm richten. Das Sehen ist anfangs noch zweidimensional und unscharf, entwickelt sich aber rasch. Mit acht Monaten können Babys klar fokussieren und am Ende des ersten Lebensjahres sehen Babys praktisch so gut wie Erwachsene. Falls das Schielen nach drei Monaten immer noch besteht, müssten Sie das bei Ihrem nächsten Kinderarzt-Termin erwähnen.

Die Augenfarbe ist bei allen Neugeborenen blau. Die tatsächliche Augenfarbe entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres.

Der Geruchsinn: Der Geruchssinn spielt bei Babys eine wichtige Rolle. Sie erkennen schon als Frühgeborene ab der 28. SSW ihre Mutter am Geruch, noch bevor sie in der Lage sind, ihre Gesichtszüge zu identifizieren. Das hilft dem Baby, die Brust zu finden. Auch hat man herausgefunden, dass frischgeborene Babys durch den Geruch von Fruchtwasser beruhigt werden. Und  erst wenige Tage alte Neugeborene können schon zwischen Vanille- und Zitronenduft unterscheiden.

Der Geschmackssinn: Wie der Geruchssinn ist auch der Geschmackssinn bei Neugeborenen bereits gut entwickelt. Es konnte bereits im Fruchtwasser verschiedene Geschmackserfahrungen machen und kann sauer, süss, salzig und bitter unterscheiden. Etwas süssliche Getränke und Nahrung werden bevorzugt, Saures und Bitteres abgelehnt. Sie sollten Ihrem Kind trotzdem keine gezuckerten Getränke oder Speisen geben - auch wenn die Milchzähne noch nicht durchgebrochen sind, wird dadurch die Kariesentstehung gefördert.

Die Geschmacksfähigkeit ändert sich übrigens im Laufe der Kindheit nur wenig, Geschmacksvorlieben sind allerdings leicht zu beeinflussen. Kinder müssen oft mehrmals probieren, bis sie einen bestimmten Geschmack mögen. Gestillte Kinder erweisen sich hierbei toleranter, denn in der Muttermilch haben sie schon verschiedene Geschmacksrichtungen - je nach Ernährung der Mutter - kennenlernen können.

Der Tastsinn: Neugeborene und Säuglinge haben einen besonders guten Tastsinn im Lippen-Zungenbereich, weshalb sie ihre Umgebung hauptsächlich mit dem Mund erforschen. Ansonsten ist dieses Sinnesorgan noch nicht sehr gut ausgereift. Neugeborene wissen zwar, dass sie berührt werden, können aber nicht genau orten, wo. Damit sich der Tast- und Gleichgewichtssinn optimal entwickeln, brauchen Babys Bewegung. Eltern sollten also viel mit ihren Babys hopsen, tanzen und kuscheln.

Stand: 01/12, BH



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