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Untersuchungen des Neugeborenen

Nach dem Apgar-Test nach 1, 5 und 10 Minuten wird wenig später eine etwas ausführlichere Untersuchung vorgenommen, um eventuell vorhandene Geburtsverletzungen oder kleinere Auffälligkeiten bzw. angeborene Fehlbildungen festzustellen. Die Liste erscheint zwar recht lang, aber für gewöhnlich nehmen diese Untersuchungen nur kurze Zeit in Anspruch. Dies alles wird untersucht: Augen, Brust, Darmausgang, Fontanellen, Füsse, Geschlechtsteile, Gesichtszüge, Hände, Haut, Hautmale, Hüftgelenke, Körpergewicht und Körperlänge, Körperproportionen, Kopfumfang, Mund, Wirbelsäule.

Auch die Reifezeichen sind zu beurteilen:

  • Fast vollständiges Fehlen der Lanugobehaarung
  • Feste Ohrmuschel mit Knorpel bis zum Rand
  • Mindestens ein Hoden vollständig in den Hodensack gewandert
  • Plantarlinien reichen über das vordere Drittel der Fusssohlen hinaus

Stimmt etwas nicht, will man möglichst schnell reagieren, das heisst das Neugeborene intensivmedizinisch überwachen oder betreuen. Die Messung des pH-Werts im Nabelschnurblut ist dabei ein zusätzliches zuverlässiges Hilfsmittel, um eine Sauerstoffunterversorgung und Stoffwechselprobleme zu erkennen. 

Bildquelle: Foto&PrintCenter, Universitätsspital BaselBevor Sie das Spital verlassen bzw.  zwischen dem 3. und 7. Lebenstag wird ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin bei Ihrem Baby eine umfassende körperliche Untersuchung durchführen. Spätestens dann ist sichergestellt, dass Ihr Kind gesund ist und keine Komplikationen zu erwarten sind.

Die Hebamme oder der Arzt, die Ärztin wird auch prüfen, ob Verdauungstätigkeit und Stuhl des Babys normal sind. Der Stuhl wird in den ersten Tagen eine grünliche Farbe haben und von klebriger Konsistenz sein (Kindspech oder Mekonium). Nach 3 bis 4 Tagen wird sich die Farbe allmählich normalisieren.

Eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke wird an vielen Kliniken durchgeführt. Die Blutentnahme aus der Ferse für Screeninguntersuchungen auf bestimmte Stoffwechselerkrankungen gehört heute dagegen schon zur Routine. Je eher solche angeborenen Stoffwechsel-Erkrankungen entdeckt werden, umso grösser sind die Chancen einer erfolgreichen Behandlung.

Nutzen Sie diese Untersuchung und den Kontakt mit den Ärzten, den Hebammen und dem Pflegepersonal auch, um eventuell aufgetretene Fragen zur Pflege und zur Ernährung Ihres Babys zu stellen.

Häufige Frage:
Müssen unbedingt alle Neugeborenen an den Augen mit dieser Silbernitratlösung behandelt werden? Ich habe gehört, dass das sehr schmerzhaft sein soll.

Bitte beachten Sie unser Experten-Interview mit Dr. med. Markus Bücker zum Thema "Erste Vorsorgeuntersuchungen beim Kleinkind".

Stand: 02/11, BH/AS



 

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