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Blutschwämmchen (Hämangiome)

Sorgen bereiten frischgebackenen Eltern oft rötliche Hautmale, die Blutschwämmchen (kavernöse Hämangiome). Sie sind häufig angeboren oder entwickeln sich in den ersten Lebenswochen, sind aber weder erblich noch ansteckend. Sie zählen zu den häufigsten, gutartigen Geschwülsten (Tumoren) bei Kindern. Im ersten Lebensjahr haben schätzungsweise 10% der Kinder ein oder mehrere Hämangiome auf der Haut, meist an Kopf und Hals oder Unterleib. Mädchen und Frühgeborene sind deutlich häufiger davon betroffen.

Anfangs sind diese Gefässneubildungen oft sehr klein und im Hautniveau, können aber stark wachsen und dann wie eine Erdbeere aussehen. Warum es zu diesem überschiessenden Wachstum kleinster Blutgefässe kommt, ist ebensowenig geklärt wie die Frage, warum dies nur im Babyalter geschieht. In der Regel wächst der Blutschwamm nur etwa sechs Monate lang und bleibt dann für einige Zeit in der Grösse konstant.

In den meisten Fällen bilden sie sich in der frühen Kindheit komplett und folgenlos zurück, vor allem die kleineren Blutschwämmchen. Ob sie behandelt werden sollten, entscheidet sich nach der Grösse, dem Sitz und der Geschwindigkeit des Wachstums. Grosse Exemplare können nämlich nicht nur ein Herz-Kreislaufproblem bis hin zur Herzschwäche sondern auch Schäden an der Haut verursachen, die später ein kosmetisches Problem werden. Auch wenn die Gesundheit des Kindes direkt nicht beeinträchtigt wird, kann es dennoch zu Störungen kommen, wenn ein Organ (z.B. Auge, Nase, Mund oder Ohr) in seiner Funktion beeinflusst wird. Das könnte beispielsweise ein schnell wachsender Blutschwamm am Augenlid sein, der dann die Sehfähigkeit des Kindes bedroht. Jeder Blutschwamm sollte deshalb von einem Spezialisten in kurzfristigen Abständen angeschaut werden. Mit Hilfe von Fotos wird das Wachstum dokumentiert. Je nach Lage und Grösse kann so in Ruhe abgewartet werden, ob sich das Hämangiom spontan zurückbildet. 

Zur Behandlung gibt es verschiedene Verfahren, die Kinderchirurgen und Hautärzte anwenden. Je nach Befund und Lokalisation des Blutschwämmchens werden die verschiedenen Therapieverfahren kombiniert eingesetzt:

  • Bei der Kryotherapie oder Kryokontaktherapie wird ein in flüssigem Stickstoff auf Minus 196 Grad Celsius gekühlter Metallstempel für ca. zehn Sekunden auf das betroffene Hautareal gesetzt. Dies führt zu einer Einfrierung des Gewebes von maximal zwei Millimetern Tiefe, das dann nach ein bis zwei Wochen abfällt. Während einer Sitzung können Veränderungen bis zu einem Durchmesser von anderthalb Zentimetern behandelt werden. Die Prozedur ist fast schmerzfrei und erfordert keine Narkose.
  • Bei der Lasertherapie wird ein Lichtstrahl in Wärme umgewandelt (gepulster Farbstofflaser oder Neodym-YAG-Laser). Diese Behandlung kann schmerzhaft sein und erfolgt daher insbesondere im Gesichtsbereich unter Narkose. Nach der Behandlung kann es kurzzeitig zu Schwellungen kommen, bevor dann nach etwa vier Wochen ein Rückgang erkennbar ist. Die Laserbehandlung hinterlässt keine Narben.
  • Ein neuer Therapieansatz ist medikamentös durch die Gabe eines sog. Betablockers (Propanolol). Nach bisherigen Studienergebnissen bilden sich die Hämangiome deutlich zurück, allerdings dauert die Behandlung mehrere Monate.

Tiefer gelegene, sehr grosse Hämangiome müssen aber auch heute noch meist durch eine plastisch-chirurgische Operation behandelt werden, um die geschädigte und überdehnte Haut kosmetisch befriedigend zu entfernen.

Stand: 1/12, BH



 

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