Als Mutter ist man natürlich beunruhigt, wenn man am eigenen Kind ungewöhnliche körperliche Merkmale findet. Es gibt jedoch viele angeborene Fehlbildungen, die völlig harmlos sind.
Finger- und Zehenanhängsel sind kleine, zum Teil häutige, zum Teil aber auch knorpelige und knöcherne Strukturen an der Kleinfinger- oder Kleinzehenseite. Wenn sie klein sind, werden sie aus kosmetischen Gründen mit einem Faden abgebunden. Sie fallen dann nach kurzer Zeit ab. Grössere Anhängsel müssen operativ entfernt werden.
Zusammengewachsene Finger und Zehen beim Neugeborenen können Teil eines genetischen Syndroms sein und werden deshalb röntgenologisch untersucht und von einem humangenetisch erfahrenen Kinderarzt oder einer Kinderärztin beurteilt. Meist besteht nur eine häutige Verbindung, die mit einem kleinen operativen Eingriff getrennt werden kann.
Genauso verfährt man mit häutig-knorpeligen Strukturen vor dem Gehörgang, den sogenannten Ohranhängseln.
Die Zungenbändchen ziehen vom Zungengrund zur Zungenspitze und können so kräftig ausgebildet sein, dass die Zungenspitze eingekerbt ist, und die Zunge nicht herausgestreckt werden kann. Trinkschwierigkeiten im Säuglingsalter wurden früher oftmals darauf zurückgeführt, das ist aber in den meisten Fällen nicht richtig.
Früher hat man diese kleinen Häutchen unter der Zunge einfach mit einer Schere durchgeschnitten. Heutzutage belässt man die Zungenbändchen, wenn sie nicht nachweislich Probleme machen. Ansonsten sollten dickere Bändchen nicht einfach mit der Schere durchtrennt werden, weil im Zungenbändchen eine relativ dicke Arterie verläuft und auch die Gefahr der Narbenbildung besteht. Durch einen winzigen operativen Eingriff kann das Zungenbändchen besser behandelt werden.
Stand: 06/09, BH
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