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Der Zahndurchbruch

Der Zahndurchbruch kann ganz unauffällig passieren. Aber oft juckt und schmerzt das geschwollene Zahnfleisch und macht den Kleinen zu schaffen, vor allem bei den Eck- und Backenzähnen (Mahlzähnen). Der Beginn des Zahnens zeigt sich sehr auffällig mit stark vermehrtem Speichelfluss. Das Baby „sabbert“ und beisst auf allem herum, was es zu fassen bekommt. Auch reibt es gern mit den Händen an den Wangen und an den Ohren. Das lindert das Spannungsgefühl im Kiefer. Oft sind die Wangen gerötet, mitunter wie ein Hautausschlag. Vor allem der Bereich um den Mund herum ist von der grossen Speichelmenge und dem ständigen Manipulieren rot und wund. Nicht selten kommt es zu einem leichten Temperaturanstieg. Fieber mobilisiert vieles im Körper, vielleicht unterstützt es auch den Vorgang des Zahndurchbruchs. Wenn das Fieber nachlässt, ist der Zahn oft da. Manche Kinder haben auch leichten Durchfall und bekommen einen Windelausschlag. Das Kind wirkt dann krank, mag nicht essen, schläft schlecht und oft nur kurz und ist insgesamt unleidlich.

Für diese Phase eignen sich wassergefüllte Kunststoffbeissringe aus der Apotheke, die es auch mit kühlender Flüssigkeit (weichmacherfrei und ungiftig) gefüllt gibt. Wenn Sie zwei Beissringe kaufen, können Sie einen jeweils im Kühlschrank gekühlt halten. Aber bitte nicht tiefgefrieren, das wäre gefährlich! Es kommt zu echten Kälteschäden am Zahnfleisch, aber auch an den Händen. Und wahrscheinlich mag Ihr Kind den Ring gar nicht fassen, weil er einfach viel zu kalt ist.

Bei Schmerzen hilft auch frisch zubereiteter Kamillen- oder Salbeitee, der auf das Zahnfleisch getupft wird. Sie können die Zahnleisten auch sanft mit Ihrem Finger massieren, was Ihr Kind sicher zusätzlich beruhigen wird. Zahnungsgel oder Zahnungstropfen ohne Zucker aus der Apotheke wirken ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Eine harte Brotkante zum Draufbeissen kann von den Schmerzen ablenken. Nicht geeignet zum Beissen sind hingegen Apfelstückchen oder sonstiges Obst. Sie könnten unzerkaut hinuntergeschluckt werden oder im „falschen Hals“, der Luftröhre, landen. Auch ein in Honig getauchter Nuggi oder Schoppensauger fördert nur die Karies-Entstehung, aber lindert nicht die Beschwerden. Viele Eltern machen gute Erfahrungen mit einer Bernsteinkette, die dem Kind um den Hals gelegt wird. Man geht davon aus, dass Bernstein einen günstigen Einfluss aufs Zahnen haben kann. Achten Sie darauf, dass die Kette dem Kind passt, also nicht zu locker oder zu straff sitzt. Bernsteinketten erhalten Sie u. a. in Drogerien und Apotheken.

Bei deutlichem Fieber über 39° C oder unklaren Beschwerden sollten Sie mit Ihrem Kind einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Stand: 01/11, BH/CS/AS



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