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Notfall: Verschlucken

Kinder unter drei Jahren erkunden ihre Welt, indem sie möglichst viel in den Mund stecken. Die meisten kleinen Gegenstände, die verschluckt werden, wie Nüsse (v.a. Erdnüsse), Spielzeugteile und Münzen, passieren ohne Probleme den Verdauungstrakt und werden mit dem Stuhl innerhalb von einigen Stunden ausgeschieden. Unterstützen kann man diesen Prozess mit faserreicher Nahrung und viel trinken.

Grössere, unregelmässige, spitze oder scharfrandige Fremdkörper können beim Verschlucken Verletzungen verursachen oder hängenbleiben. Weil dies meist am Eingang der Speiseröhre in gefährlicher Nähe zur Luftröhre geschieht, können sie versehentlich in die Atemwege gelangen und zu Atembeschwerden oder gar zum Ersticken führen. 

Folgende Symptome können auf einen verschluckten Gegenstand hinweisen: plötzlich einsetzender Husten mit Atemnot ohne Anzeichen eines Infekts, Atemnebengeräusche wie Giemen, Pfeifen, Keuchen oder rasselnde Atmung, Heiserkeit, Würgen, unklares Erbrechen, Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Unruhe, Schmerzen im Hals und hinter dem Brustbein, Bauchschmerzen.

Bei Atemnot raten Kliniker zu folgenden Sofortmassnahmen:

  • Kopf vornüber halten und aushusten lassen. Säuglinge an den Beinen hochhalten oder kopfüber über das Knie legen.
  • Kräftig auf den Rücken zwischen die Schulterblätter klopfen oder das Kind schütteln. 
  • Eventuell Kind von hinten umfassen und auf den Oberbauch drücken, um das Aushusten des Fremdkörpers zu unterstützen (Heimlich-Handgriff)
  • Bei bleibendem Husten (auch wenn ein Gegenstand abgehustet wurde) unbedingt den Arzt aufsuchen! Im Notfall muss ein Kind dann in Vollnarkose untersucht und der Gegenstand entfernt werden.
  • Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, mit dem Finger einen noch sichtbaren Fremdkörper aus dem Mund zu entfernen. Auf diese Weise schieben Sie ihn nur noch weiter hinein.

Erste-Hilfe-Massnahmen bei anderen Notfällen finden Sie hier.

Stand: 05/12, BH

 



 

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