Der plötzliche Kindstod, auch Krippentod oder kurz SIDS für „sudden infant death syndrome“ genannt, bezeichnet den unerwarteten Tod eines scheinbar gesunden Säuglings. Die Kinder sterben ohne erkennbare Ursache im Schlaf.
Das passiert leider etwa zweimal unter 1.000 Säuglingen. Damit ist der plötzliche Kindstod die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr, und die Angst davor begleitet alle Eltern. Die gefährlichste Phase scheint der dritte und vierte Lebensmonat zu sein.
Abschliessend ist die Ursache des plötzlichen Kindstods trotz weltweiter Forschung immer noch nicht geklärt. Man nimmt aber heute an, dass eine Fehlsteuerung von Atmung und Herztätigkeit im Gehirn eine wichtige Rolle spielt. Auch ein mangelnder Blutfluss zum Gehirn könnte eine Ursache sein: Eine verminderte Blutversorgung im Hirnstamm, der unter anderem das für den unwillkürlichen Atemantrieb verantwortlich ist, kann bei gefährdeten während seitlicher Kopfdrehungen zu Durchblutungsstörungen führen, wie Ultraschalluntersuchungen der Halsarterien gezeigt haben. Dies würde erklären, warum die Bauchlage so gefährlich ist. Des weiteren sind Stoffwechselstörungen (genetische Defekte) wie der MCAD-Defekt in Einzelfällen als Ursache für unerklärte Todesfälle gefunden worden.
Widerlegt ist dagegen inzwischen die Theorie, dass Impfungen bzw. Impfschäden etwas mit dem dramatischen Ereignis zu tun haben könnten. Auch Infektionen sind nach neueren Studien kein wesentlicher Risikofaktor.
Gefährdet sind vor allem diese Babys:
Gelingt es, diese wichtigen Risikofaktoren zu erkennen bzw. daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen und weitere Gefährdungen zu vermeiden, können 50-90% der tragischen Fälle verhindert werden, wie Fachleute heute meinen. Der bei weitem grösste Risikofaktor scheint Zigarettenrauch zu sein. Säuglinge von rauchenden Eltern (v.a. rauchenden Müttern) haben in Versuchen eine verminderte Erregbarkeit bestimmter Hirnareale gezeigt, die dazu führt, dass die Weckreaktion in lebensbedrohlichen Situationen wie Sauerstoffmangel verlangsamt ist.
Wir haben für Sie eine ganze Reihe von einfachen Vorsichtsmassnahmen zusammengestellt.
In Risikofällen oder wenn schon ein Kind an plötzlichem Kindstod verstorben ist, kann eventuell eine Monitor-Überwachung sinnvoll sein. Aber auch dies gibt keine absolute Sicherheit. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin.
Mehr Informationen zum plötzlichen Kindstod finden Sie auf der Website
http://www.swiss-paediatrics.org/parents/sids/index-ge.htm
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Stand: 7/11, BH
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