Babys leiden unter einer Erkältung ganz besonders, denn wenn das Näschen verstopft ist, kann es nicht mehr richtig trinken, wird nicht mehr satt und schreit dann besonders viel. Eine unangenehme und gefährliche Folge der verstopften Nase ist zudem die Mittelohrentzündung.
Es ist also wichtig, früh dafür zu sorgen, dass es möglichst gar nicht erst zu einem grippalen Infekt kommt: Die Kleidung sollte immer optimal der Umgebungstemperatur angepasst sein, damit das Baby weder friert noch schwitzt. Viel frische Luft durch Spaziergänge draussen, auch in der kalten Jahreszeit, härtet ab. Ein Luftverdunster an der Heizung im Kinderzimmer sorgt dafür, dass die Schleimhäute nicht zu trocken und damit infektanfälliger werden. Bedenken Sie auch, dass Viren nicht nur durch Niesen übertragen werden, sondern auch über die Hände. Wenn Sie selbst einen Schnupfen haben, müssen Sie sich deshalb sehr oft die Hände waschen. Ältere Geschwisterkinder sollten das Baby nicht anhusten. Gebrauchte Papiertaschentücher sollten selbstverständlich nur einmal benutzt werden. Sie gehören sofort in den Müll und nicht in einen offenen Papierkorb.
Grundsätzlich raten Kinderärzte dazu, Erkältungskrankheiten mit möglichst milden und nebenwirkungsarmen Mitteln zu behandeln. Ist das Näschen einmal verstopft, ist es aber wichtig, so schnell wie möglich für gute Nasenatmung zu sorgen. Oft können oder wollen sich kleine Kinder aber nicht richtig schnäuzen. Dann helfen am schnellsten und einfachsten abschwellende Nasentropfen, die es in niedriger Konzentration extra für Säuglinge gibt. Halten Sie sich aber an die Gebrauchsanweisung und benutzen Sie diese nicht länger als eine Woche lang, denn zu häufiges Einträufeln schadet der empfindlichen Schleimhaut. Zu hohe Dosierungen (z.B. durch versehentliche Benutzung der Konzentration für Erwachsene) können bei Säuglingen fatale Wirkungen zeigen. Ist der Schleim dünn genug, kann er auch mit einem speziellen Absauger (aus der Apotheke) abgezogen werden. Neuerdings gibt abschwellende Nasentropfen ohne Konservierungsmittel. Diese sollte man bei Kleinkindern und Allergikern bevorzugen, da Konservierungsstoffe bekannte Allergene sind, dh Allergien auslösen können.
Natürliche Alternativen sind physiologische Koch- oder Meersalzlösung aus der Apotheke, am besten in Monodosen konfektioniert, die man in das Nasenloch (pro Seite 1-3 Tropfen) einträufelt. In der Volksmedizin wird gerne frisch abgepumpte Muttermilch oder Kamillentee verwendet, wobei Kamillentee bei einer familiären allergischen Disposition besser nicht angewendet werden soll. Auch mit ätherischen Ölen sollten Sie vorsichtig sein. Pefferminze zum Beispiel kann bei Babys im Extremfall Atemkrämpfe auslösen.
Ihr Baby braucht jetzt zusätzlich viel Flüssigkeit, das hält das Nasensekret flüssig. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby besonders viel trinkt, bewährt hat sich z.B. Holundertee. Die wunde Nase und trockenen Lippen vertragen eine Portion Vaseline. Ausserdem tut es ihm gut, wenn das Köpfchen ein wenig höher liegt. Sie sollten ihm aber kein Kopfkissen geben, sondern ein Kissen oder einen Keil unter die Matratze legen. Kopfkissen haben im Babybettchen nichts zu suchen.
Auch mit einem Schnupfen sollten Kinder täglich mindestens eine halbe Stunde im Freien verbringen - natürlich warm genug angezogen. Mit einigen Hausmitteln können Sie Ihrem Kind zusätzliche heilende Wärme zuführen.
Kommt zu den Erkältungssymptomen leichtes Fieber hinzu, darf keine Wärme mehr von aussen zugeführt werden. Und bei hohem Fieber sollten Sie spätestens Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin konsultieren. Wir haben für Sie auch Informationen zu Fieber und der Behandlung von leichtem Fieber bei Kindern.
Eine Grippeimpfung wird Kindern ab sechs Monaten empfohlen, wenn bestimmte Grunderkrankungen ihr Immunsystem einschränken. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungten, HIV-Infektionen und Leukämie.
Bitte beachten Sie dazu auch unser Experten-Interview von Dr. Renato Kaiser zum Thema Erkältungen bei Babys und Kleinkindern.
Stand: 11/09, AS/BH
info [at] swissmom.ch
Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen
keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung
durch medizinisch ausgebildete Fachleute.
Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen
copyright swissmom.ch 2009