Ausser zur Fiebersenkung sind Medikamente zur Behandlung von Windpocken (wilde Blattern) eigentlich selten notwendig. Nur bei sehr schwerem Verlauf mit Bäschen auch auf der Schleimhaut von Mund und Rachen ist eine Gabe von Tropfen gegen den Juckreiz sinnvoll. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion der aufgekratzten Bläschen, kann der Kinderarzt, die Kinderärztin auch ein Antibiotikum verschreiben. Aciclovir (z.B. Zovirax, Aviral, Acyclovir, Valaciclovir, Virucalm) wirkt auch gegen die Windpockenviren, wird aber meist nur bei Erwachsenen eingesetzt.
Spezielle Puder oder Gels dämpfen den Juckreiz. Noch besser wirkt eine spezielle Tinktur aus der Apotheke - lassen Sie sich von Ihrem Apotheker, Ihrer Apothekerin beraten. Auch ein Versuch mit Homöopathie kann helfen: Rhus doxicodendron D30 wird bei Juckreiz empfohlen.
Windpocken-Kinder sollten leichte Kleidung tragen und die Wohnung sollte kühl sein. Im Sommer gehören sie in den Schatten.
Vorsicht beim Baden - lieber nur mit dem Handschuh waschen oder kurz duschen. Das warme Wasser in der Badewanne verstärkt den Juckreiz und trocknet die strapazierte Haut noch zusätzlich aus. Allerdings kann ein kurzes Sitzbad im kühlen Wasser angenehm sein, wenn beim Baby der Windelbereich betroffen ist. Durch Zusatz von Gerbsäure (z.B. eine Tasse starker Schwarztee) werden die Pusteln oft effektiv reduziert.
Stand: 7/11, BH
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