Säuglinge haben häufiger kleinere Verdauungsprobleme mit Durchfall und Erbrechen. Ihr Immunsystem und der Verdauungsapparat sind noch nicht voll entwickelt und müssen sich auf neue Nahrungsmittel, Bakterien und Viren erst einstellen. Gestillte Babys sind weniger anfällig für Magen-Darm-Probleme, da sie durch die Antikörper in der Muttermilch besser geschützt werden. Gestillte Kinder haben meist einen dünnen Stuhl, der gelblich ist und nicht unangenehm riecht. Durchfallstühle dagegen riechen schlecht, es bildet sich ein wässriger Rand in der Windel und manchmal ist der Stuhl sogar grünlich. Grünliche Stühle können aber auch ganz gesunde Babys haben, wenn sie mit hypoallergener Anfangsnahrung gefüttert werden.
Verdauungstörungen bei Säuglingen können vielfältige Ursachen haben:
Häufig erbrechen Babys nach dem Stillen oder Schöppeln geronnene Milch (schlaffes Erbrechen oder Speien). Das ist in den ersten Monaten fast normal und kein Grund zur Sorge, wenn Ihr Baby gut gedeiht und an Gewicht zunimmt. Warten Sie ab, bis es aufgestossen hat und legen Sie Ihr Kind dann auf die Seite, am besten mit einer Windelrolle im Rücken.
Bei einmaligem Erbrechen ohne erhöhte Temperatur können Sie erst einmal abwarten, dem Baby etwas Tee geben und es beruhigend in den Arm nehmen. Wenn Ihr Baby sich allerdings wiederholt übergibt oder wenn es über einen Zeitraum von sechs Stunden sämtliche Nahrung, die es zu sich genommen hatte, immer wieder erbricht, sollten Sie sich an einen Arzt, eine Ärztin wenden. Auch bei Fieber (Temperatur über 38 °C), Mattigkeit, Ohrenschmerzen oder grünlichem, wässrigem Durchfall sollten Sie in jedem Fall einen Arzt, eine Ärztin informieren.
Häufiges Erbrechen und Durchfall kann für Babys im ersten halben Lebensjahr recht gefährlich werden, weil sie innerhalb kurzer Zeit Flüssigkeit verlieren und leicht austrocknen. Deshalb muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Stillkinder können weiterhin gestillt werden und sollten so oft wie möglich angelegt werden; Schoppenkinder sollten bis zur Untersuchung und Abklärung beim Kinderarzt, bei der Kinderärztin nur Tee oder eine spezielle Elektrolytlösung aus der Apotheke bekommen. Damit die Kinder diese ungewohnt schmeckende Flüssigkeit nicht gleich wieder ausspucken, muss langsam und mit Geduld vorgegangen werden. Über drei bis vier Stunden bekommen sie mit einem Teelöffel alle ein bis zwei Minuten 5 ml der Lösung. Wenn sie das gut vertragen, können die Mengen vergrössert und die Abstände verringert werden. Zusätzlich kann eine Rüeblisuppe gegeben werden, die sehr gut gegen den Durchfall wirkt. Bei Trinkverweigerung und anhaltendem Erbrechen gelingt es meist mit einer Nasensonde, die Flüssigkeit zu verabreichen.
Wenn Ihr Baby (älter als 6 Monate) die erste Durchfall- und Erbrechensphase überstanden hat, kann es wieder seine normale Nahrung geniessen. Nach Meinung der Fachleute ist die Verdünnung der Milch, das Weglassen von Fett und eine spezielle Heilnahrung überflüssig. Und ganz falsch sei die weit verbreitete "Tee- oder Fastenpause". Im Gegenteil, jetzt braucht es "stopfende Kost". Das wäre z.B. ein Brei aus gekochten Rüebli, geriebener Apfel, Heidelbeeren, Reisschleim oder pürierte Banane.
Medikamente sind bei Durchfallkindern nur selten angebracht. Anti-Brechmittel (Antiemetika) sollten bei Kleinkindern grundsätzlich nicht gegeben werden. Antibiotika sind in der Regel sinnlos. Einzig gegen ein fiebersenkendes Arzneimittel ist nichts einzuwenden, zumal die Kinder dann besser trinken und essen.
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Stand: 01/11, BH
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