In Mitteleuropa leiden 2 bis 2,5 Kinder auf 1.000 Lebendgeburten an der infantilen Zerebralparese (ICP), auch cerebrale Kinderlähmung oder Morbus Little genannt. Zu unterscheiden ist sie von der infektiösen Kinderlähmung (Poliomyelitis). Besonders häufig ist die infantile Zerebralparese bei Frühgeborenen und Mehrlingen sowie Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht.
Die zerebrale Kinderlähmung bezeichnet eine Haltungs- und Bewegungsstörung infolge einer Funktionsstörung des Gehirns vor, während oder direkt nach der Geburt. Sie entsteht somit im noch nicht ausgereiften Gehirn. Dort können sowohl Hirnblutungen als auch Verschlüsse von Hirngefässen (also Mangeldurchblutungen), aber auch eine Zerstörung von Nervenzellen als Folge eines Sauerstoffmangels (Asphyxie) auftreten, die dann zu einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome führen.
Daneben bestehen nicht selten gleichzeitig eine Epilepsie, Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen, Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, der Augenbeweglichkeit und Feinmotorik.
Die Behandlung von Kindern mit zerebraler Kinderlähmung besteht aus vielen individuell abgestimmten Einzelbausteinen, z.B. Neuroorthopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie. Ein einheitliches Therapiekonzept für die ICP gibt es leider aufgrund der Vielfalt der möglichen Symptome der Kinder und der hierdurch vorhandenen Behinderungen nicht. Dies verunsichert Eltern, Ärzte und Therapeuten, die immer wieder neue Wege zum Ziel finden müssen.
Stand: 07/11, BH
info [at] swissmom.ch
Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2003 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen
keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung
durch medizinisch ausgebildete Fachleute.
Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen
copyright swissmom.ch 2009