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So beugen Sie Allergien bei Ihrem Kind vor

Ein Drittel aller Kinder soll allergiegefährdet sein - auch wenn in der Familie erbliche Allergien (Atopien) nicht vorkommen. Durch vorbeugende Massnahmen können Sie  erreichen, dass eine Allergie bei Ihrem Baby gar nicht erst auftritt oder sich zumindest über die ersten Lebensjahre hinauszögern lässt.

  • Nach wie vor ist Stillen mindestens sechs Monate lang, das beste für ein allergiegefährdetes Kind. Denn Muttermilch ist von Natur aus allergenarm. Sie sollten in dieser Zeit aber sicherheitshalber in Ihrer eigenen Ernährung Lebensmittel meiden, auf die Sie selbst allergisch reagieren, vor allem Erdnüsse, Zitrusfrüchte und Hühnereiweiss. Der schützende Effekt des Stillens hält mindestens bis zum zehnten Lebensjahr an und steigt mit der Stilldauer.
  • Als Alternative zum Stillen gibt es die hypoallergene Anfangsnahrung (HA-Nahrung, als Kasein-Vollhydrolysat oder wenigstens partielles Molkenhydrolysat). Diese Lösung bietet sich an, wenn die Mutter aus einer Atopiker-Familie stammt und ihr Kind nicht oder nicht ausreichend stillen kann. Säuglingsmilch auf Sojabasis ist für die Vorbeugung von Allergien keine Alternative, da Soja ebenfalls oft eine Allergie auslöst. Ziegen- und Stutenmilch sind für die Säuglingsernährung ungeeignet.
  • Beginnen Sie mit der Beikost nicht vor dem Ende des sechsten Lebensmonats.
  • Breie und Gläschen sollten einfach zusammengesetzt sein, also zunächst immer nur aus einer Sorte Obst oder Gemüse bestehen. Babys brauchen keine abwechslungsreiche Kost, aber Zeit, sich an neue Lebensmittel zu gewöhnen. Führen sie deshalb neue Lebensmittel langsam ein. Als problemlos gelten Kartoffeln, Rüebli, Fenchel, Zucchetti, Broccoli, Kürbis, Erbsen, Birnen, Äpfel, Bananen, Mais, Hirse und Reis.
  • Füttern Sie im ersten Lebensjahr noch keine Lebensmittel, von denen man weiss, dass sie leicht Allergien auslösen können. Das sind zum Beispiel Südfrüchte, Erdbeeren, Nüsse, Hühnerei, Fisch, Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, Schokolade, Tomaten, Sellerie und Weizenmehl.
  • Achten Sie bei der Gläschennahrung besonders sorgfältig auf die Inhaltsstoffe.
  • Verzichten Sie nicht auf die empfohlenen Schutzimpfungen! Besonders die Keuchhusten-Impfung ist für allergiegefährdete Säuglinge wertvoll, weil eine durchgemachte Keuchhusten-Infektion empfänglicher für Allergien macht.
  • Babypflegeprodukte mit kosmetischen Zusätzen sind bei allergiegefährdeten Kindern nur ganz zurückhaltend und immer nur einzeln zu verwenden. Wird ein Produkt gut vertragen, darf ein nächstes vorsichtig ausprobiert werden.
  • Rauchen Sie weder während der Schwangerschaft noch danach. Raucherkinder sind deutlich mehr allergiegefährdet. Man schätzt, dass 5-15% aller Asthmaerkrankungen im Kindesalter durch Rauchen der Eltern bedingt sind.
  • Halten Sie das Raumklima nicht zu feucht (bis 50%), nicht zu warm (tags 18-20°, nachts 18°), nicht staubig und vor allem rauchfrei. Lüften Sie regelmässig.
  • Waschen Sie Plüschtiere und anderes Spielzeug, in dem sich Milben verstecken können, regelmässig. Alternativ können sie auch für 24 Stunden ins Tiefkühlfach gelegt werden.
  • Spielsachen sollten möglichst aus Holz oder Kunststoff sein. Sie sollten sich gut reinigen oder bei 60 °C waschen lassen.
  • Staubfänger wie Topfpflanzen, langflorige Teppiche, dicke Polstermöbel oder schwere Übergardinen haben in einer Allergiker-Wohnung nichts zu suchen. Böden sollte man feucht wischen können. Regelmässiges Lüften verschlechtert die Lebensbedingungen von Sporen und Milben. Vermeiden Sie aber eine zu sterile Umgebung – das Immunsystem muss auch trainieren können!
  • Federbetten, Rosshaarmatratzen und Schaffelle sind ungünstig für Allergiker. Für Matratzen gibt es waschbare, Milben-abweisende Spezialbezüge. Die Bettwäsche sollte kochfest sein.
  • Babykleidung sollte möglichst aus reiner Baumwolle sein. Reizende Wolle ist zu vermeiden. Alle Kleidungsstücke müssen vor dem ersten Tragen gewaschen werden.
  • Der Ratschlag, zunächst auf Haustiere (Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nagetiere) zu verzichten, wird in letzter Zeit kontrovers diskutiert. Studien haben ergeben, dass vor allem Kinder, die mit einem Hund aufwachsen, später seltener Allergien entwickeln - möglicherweise auch, weil mit Haustieren eine übertriebene Hygiene nicht möglich ist und das Immunsystem des Kindes besser abgehärtet wird.

Weiterführende Informationen und Tipps gibt es unter www.allergiepraevention.de und hier.

Stand: 03/11, BH

 



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