ANZEIGEN
PARTNER
Motorische Entwicklung im ersten Lebensjahr
Fast 90% aller Babys entwickeln ihren Bewegungsdrang nach demselben Muster: Mit etwa fünf Monaten drehen sie sich vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt, mit acht Monaten krabbeln sie auf allen Vieren und mit wenig mehr als einem Jahr schaffen sie die ersten Schritte allein oder an der Hand. Aber es gibt auch Kinder, die sich mehr Zeit lassen und andere, die alles etwas schneller können.
Und dann gibt es auch solche, die einzelne Meilensteine im Programm ganz auslassen, also z.B. nie richtig krabbeln, sondern auf dem Po, dem Bauch oder Rücken rutschen und so auch recht schnell vorankommen. Krabbeln ist nämlich kein Muss - andererseits ist es ein sehr gutes Muskel- und Koordinationstraining. Und Krabbelkinder sollen später weniger Rückenprobleme haben.
Fest steht auf jeden Fall: Ein gesundes Kind lernt früher oder später laufen, egal wie. Wenn sich Eltern über die motorische Entwicklung ihres Kindes Sorgen machen, sollten sie diese beim nächsten Kinderarzt-Termin äussern. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin kann durch gezielte Untersuchungen feststellen, ob wirklich eine verlangsamte Entwicklung vorliegt und ob Frühförderungsmassnahmen wie Physiotherapie sinnvoll sind. Meist besteht gar kein Grund zur Besorgnis.
Dennoch können Eltern ihr Baby mit Spiel und Spass zu mehr Bewegung anleiten. Schon wenige Monate alte Säuglinge sollten so oft wie möglich auf einer dicken Decke auf dem Boden liegen, wo sie einen Anreiz zur Erkundung der Umgebung bekommen - vor allem, wenn sie auf dem Bauch liegen. Dann trainieren sie ganz automatisch, den Kopf zu halten und die Unterarme aufzustützen. Wenn ein Baby sich schon dreht, sollte interessantes Spielzeug knapp in Reichweite liegen, das sie bald durch Rutschen erreichen können. Natürlich muss gleichzeitig für eine sichere Umgebung gesorgt sein.
Fachleute raten dazu, dem Baby sein eigenes Tempo zu lassen. Läuft es alleine am Sofa entlang, ist es bereit zum selbständigen Gehen. Wird es dagegen ständig von den Eltern an der Hand gehalten, ist dieser Entwicklungsschritt noch nicht richtig vollzogen, was den Rücken des Kindes zu stark belastet.
Babygeräte wie Wippen, Babyschalen, Hopser und Lauflerngeräte ermöglichen diese zwar anstrengende, aber für die Entwicklung wichtige Fortbewegung nicht oder üben falsche Bewegungsmuster ein. Sie sind also nur für kurze Zeit als "Aufbewahrungsort" geeignet.
Stand: 07/12, BH
info(at)swissmom.ch I copyright swissmom.ch 2013
Inhalt urheberrechtlich geschützt © 2013 Swissmom. Alle Rechte vorbehalten.
Die in www.swissmom.ch enthaltenen Informationen stellen keinen Ersatz dar für die Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung durch medizinisch ausgebildete Fachleute.
Bitte lesen Sie unsere Nutzungsbedingungen.
Wissen
Newsticker
Mami-Kolumne

Durch die rosarote Brille betrachtet
Die etwas anderen (höchst amüsanten) Gedanken einer fünffachen Mutter zum Thema Stillen... .> mehr
Interview
Das 70% Unternehmen
Dr. Gabriele Hofmann-Schmid über ein neues Modell für Unternehmen, in dem niemand mehr als 70% arbeitet.> mehr
Neu - Services

Vermittlung von Kinderbetreuung, Babysittern / Petsitting / Haushaltshilfe
Unser neuer Service in Zusammenarbeit mit...> mehr
Schwangerschafts-Newsletter

Persönlich & informativ
Am ersten Tag Ihrer neuen Schwangerschaftswoche erhalten Sie alle Infos per Mail.> mehr
Forum

Diskutieren Sie mit!
Haben Sie eine Frage, die Ihnen schon lange unter den Fingernägeln brennt? Vielleicht finden Sie eine Antwort in unserem Forum. Wir haben eine halbe Million Einträge, über 12'000 Themen und mehr als 7'000 Mitglieder > mehr




Eine Zunahme von Gewalt gegen Kinder verzeichnet die 2012-Statistik der Fachgruppe Kinderschutz der schweizerischen Kinderkliniken: Körperliche Misshandlung (347 Fälle) und Vernachlässigung (335) bedingten die meisten Spitaleinlieferungen. Fälle von sexueller Misshandlung meldeten die Spitäler 291 Mal, psychische Misshandlungen 202 Mal. Mit 250 Fällen waren die Kinder im ersten Lebensjahr am häufigsten von Kindsmisshandlung betroffen. Praktisch immer handelte es sich bei den Täterinnen und Tätern um die Eltern, Familienmitglieder oder Bekannte des Kindes.