Das Gehirn Ihres Babys - und somit sein Kopf - wächst am schnellsten. Deshalb wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung in der Kinderarzt-Praxis auch der Kopfumfang gemessen. So kann man erkennen, ob sich das Gehirn gut und gleichmässig entwickelt. Immerhin beträgt das Gehirngewicht beim Neugeborenen nur 300 g, beim Zweijährigen schon 900 g.
Aber die Kopfgrösse im Vergleich zu Körperlänge und -gewicht lässt auch Rückschlüsse auf die übrige Entwicklung des Kindes zu. Ein deutlich unterernährtes Baby kann sein Gewicht und seine Grösse kaum steigern, aber der Kopfumfang wird relativ normal weiter wachsen. Der Körper verwendet dann alle Kalorien für das wichtige Gehirnwachstum.
Ist der Kopf eines Kindes auffällig gross im Verhältnis zu Länge und Gewicht, wird der Kinderarzt, die Kinderärztin zunächst einmal einen Blick auf die Köpfe der Eltern werfen. In den allermeisten Fällen stellt sich heraus, dass die "Grosskopfigkeit" ein familiäres Merkmal ist.
Sehr selten kann allerdings auch ein Problem dahinter stecken: Wird zuviel Nervenwasser (Liquor) im Gehirn gebildet oder kann es durch einen Abflussbehinderung nicht gut zirkulieren, staut es sich und führt zu einer Druckerhöhung im Schädel. Dies nennt man Hydrozephalus oder im Volksmund Wasserkopf. Bei Säuglingen, deren Schädelnähte noch nicht geschlossen sind, kommt es zu einer vorgewölbten Fontanelle und zu einem immer deutlicheren Wachstum des Kopfes. Bei älteren Kindern löst die Druckerhöhung Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus.
Stand: 11/10, BH
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