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Wann sollte eine Impfung verschoben werden?

Häufig werden Kinder von Impfungen zurückgestellt, weil ein vermeintlicher Grund dagegen vorliegt. Solche irrtümlicherweise als Kontraindikation angesehenen Umstände sind leichte Temperaturerhöhungen wie bei einer Erkältung mit Schnupfen und Fieber (bis 38,5ºC), Husten, leichter Durchfall bei einem sonst gesunden Kind und Hauterkrankungen (z.B. Ekzem). Die Angst, dass dann die Impfung nicht "anschlägt" oder vermehrt mit Nebenwirkungen zu rechnen ist, ist nach Meinung von Experten unbegründet. Das gilt für alle Arten von Schutzimpfungen, ob mit Totimpstoffen oder z.B. der Masern-Mumps-Röteln-Impfung mit Lebendimpfstoff.

Kein Argument gegen eine Impfung sind auch Kontakt des Impflings zu Personen mit  ansteckenden Krankheiten, Krampfanfälle in der Familie oder frühere Fieberkrämpfe des Kindes, ebenso örtlich begrenzte Hautausschläge oder Hautinfektionen. Gerade Kinder mit Neurodermitis sollen frühzeitig gegen Windpocken geimpft werden, da diese bei Neurodermitis schwerer verlaufen. Eine Behandlung des Impflings mit Antibiotika oder Cortison ist ebenfalls keine Kontraindikation zur Impfung.  Da Penizillin im Herstellungsprozess von Impfstoffen nicht verwendet werden darf, stellt eine Penizillinallergie nie ein Impfrisiko dar. Bei Kortikosteroid-Spritzen sollte eine unbehandelte Injektionsstelle gewählt werden, Kortikoide zum Inhalieren sind ebenfalls kein Impfhindernis. Die Grippeimpfung ist für Asthmakranke besonders zu empfehlen. Auch die Schwangerschaft der Mutter des Impflings, Neugeborenenikterus (Gelbsucht) und Frühgeburtlichkeit des Impflings sind diesbezüglich unbedenklich. Frühgeborene haben im Gegenteil ein höheres Infektionsrisiko, da sie keinen Nestschutz durch mütterliche Antikörper aufweisen, und profitieren besonders von einer Impfung.

Noch vor 10 bis 12 Jahren war die Meinung weit verbreitet, dass Kinder mit Krankheiten, die häufig mit Fieberkrämpfen einhergehen, nicht geimpft werden sollten. Aber gerade Kinder mit Fieberkrämpfen sollten vor Krankheiten geschützt werden, die Fieberkrämpfe verursachen (z. B. häufig bei Masern). 

Schutzimpfungen sollten nicht vorgenommen werden, wenn Ihr Kind hohes Fieber (>38,5°C), schwere Allgemeinerkrankungen oder schwere Infektionskrankheiten (wie beispielsweise Windpocken, Pfeiffersches Drüsenfieber oder eine echte Grippe) hat. In der Zeit direkt nach der Erkrankung kann der Impfeffekt durch eine vorübergehende Immunschwäche mangelhaft sein. In solchen Fällen wird zur Sicherheit empfohlen, Impfungen mit Lebendimpfstoffen erst zwei bis drei Wochen nach dem Ende der Krankheit durchzuführen; bei Totimpfstoffen reichen zwei Wochen aus. Und Operationen sollten nach Möglichkeit erst zwei Wochen nach einer Impfung durchgeführt werden. 

Eines sollte bei einer allfälligen Verschiebung der Impftermine unbedingt beachtet werden: Es sollten mindestens vier Wochen zwischen den Impfungen mit einem Lebendimpfstoff liegen, bei der Grundimmunisierung gegen DPT, Hib und Polio sogar mindestens sechs Monate zwischen vorletzter und letzter Impfung.

Vor sogenannten Impf-Lücken brauchen Sie keine Angst zu haben. Es gibt keine zu grossen Abstände zwischen den Impfungen. Jede Impfung gilt! Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung braucht nicht wieder neu begonnen zu werden.

Stand: 09/10, BH

 



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