Impfungen

Bei der Geburt haben Babys einen gewissen natürlichen "Nestschutz". Abwehrstoffe gegen viele Krankheiten werden von der Mutter durch die Plazenta übertragen, sogenannte Immunglobuline oder Antikörper. Danach versorgt die Muttermilch, besonders die Vormilch, das Kind mit diesen wertvollen Schutzstoffen.

Aber spätestens nach wenigen Monaten muss sich der kleine Organismus ein eigenes Abwehrsystem aufbauen. Dies kann man ihm erleichtern, indem man ihn durch eine Impfung zur Abwehrreaktion stimuliert. Eine "aktive" Schutzimpfung bringt den Körper mit einem bestimmten Krankheitserreger in Kontakt regt ihn dazu an, spezifische Abwehrstoffe  zu bilden. Dies schützt vor einem Ausbruch der Erkrankung. Der Körper ist sozusagen immun. Bei einer "passiven" Immunisierung werden die Antikörper gegen bestimmte Erreger direkt verabreicht. Das ist notwendig, wenn der Körper schon angesteckt ist und zu wenig Zeit hatte, sich den Schutz selbst aufzubauen.

Gegen einige Krankheiten kann man den Körper lebenslang immunisieren. Bei anderen Infektionskrankheiten muss der Schutz von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Und bestimmte Schutzimpfungen müssen in zwei bis drei Stufen gegeben werden, bis der Schutz sich vollständig aufgebaut hat.

In der Schweiz gibt es keine generelle Impfpflicht. Nur einzelne Kantone verlangen die Impfungen gegen Diphtherie (FR, GE, NE, TI) oder Tetanus, den gefährlichen Starrkrampf (FR). Aber die Vorteile überwiegen deutlich gegenüber den Nachteilen (Nebenwirkungen, seltene Komplikationen) . Bitte lesen Sie hierzu die sieben Gründe, die für Routine-Impfungen sprechen. Kinderärzte und Kinderärztinnen empfehlen deshalb unbedingt die folgenden Impfungen

Diese oben erwähnten fünf Impfungen werden im 4. und 6. Lebensmonat wiederholt.

  • Mit 12 Monaten erfolgt eine neue Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Diese MMR-Impfung, wie sie auch genannt wird, wird mit 15 bis 24 Monaten zusammen mit den ersten Impfungen, d.h. gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Haemophilus influenzae wiederholt.
  • Mit 12 bis 15 Monaten wird eine Impfung gegen Meningokokken (MCV-C), die gefährlichen Erreger der Hirnhautentzündung, empfohlen mit einer Nachholimpfung bis zum 5. Geburtstag.
  • Mit 4 bis 7 Jahren (in der Regel bei der Einschulungsuntersuchung) wird eine Diphtherie-, Tetanus-, Pertussis-Impfung zusammen mit einer Polio-Impfung wiederholt.
  • Mit 11 bis 15 Jahren wird eine Diphtherie- (reduzierte Dosis) und Tetanus-Impfung, eventuell mit einer Hepatitis-B- und Meningokokken-Impfung empfohlen.
  • Allen Erwachsenen wird die Diphtherie- (reduzierte Dosis) und Tetanus-Auffrisch-Impfung im Abstand von zehn Jahren empfohlen.

Alter

Basis-Impfung

Ergänzungs-Impfung

Geburt

(HPV)

2 Monate

DPT

Hib

IPV

PCV7

4 Monate

DPT

Hib

IPV

PCV7

6 Monate

DPT

Hib

IPV

12 Monate

MMR

PCV7

12-15 Monate

MCV-C

15-24 Monate

DPT

Hib

IPV

MMR

4-7 Jahre

DPT

IPV

11-15 Jahre

(D)T

HPV, VCV

MCV-C

Sollten Sie mit Ihrem Kind in andere Länder verreisen, besprechen Sie die dort bestehenden Impfempfehlungen mit Ihrem Kinderarzt, Ihrer Kinderärztin.

Es gibt nur wenige Gründe, eine Schutzimpfung zu verschieben. Wird ein Impftermin verschoben, sollten grundsätzlich immer mindestens 4 Wochen zwischen den Impfungen mit einem Lebendimpfstoff liegen, bei der Grundimmunisierung gegen DPT, Hib und Polio sogar mindestens 6 Monate zwischen vorletzter und letzter Impfung. Vor sogenannten Impf-Lücken brauchen Sie keine Angst zu haben. Es gibt keine zu grossen Abstände zwischen den Impfungen. Jede Impfung gilt! Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung braucht nicht wieder neu begonnen zu werden.

Noch ein Tipp: Lassen Sie sich den Impftermin am Anfang der Woche geben. So können Sie die Praxis gut erreichen, falls Ihr Kind unter unerwarteten Nebenwirkungen leiden sollte. 

Aktuelle Informationen des Bundesamts für Gesundheit finden Sie unter:www.sichimpfen.ch

Individuelle Beratung erhalten Sie über die Impf-Infoline des BAG: Tel. 0844 448 448
(Beratung gratis, Telefongebühren Fernbereich Schweiz)

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