Abstillen müssen Sie wegen einer Erkältung sicher nicht. Solange Sie es körperlich einigermassen schaffen, sollten Sie weiter stillen. Eine Ansteckung durch die Muttermilch ist ausgeschlossen, denn die Grippe-Erreger werden durch Tröpfcheninfektion aus dem Nasen-Rachenbereich weitergegeben. Das bedeutet aber, dass die Schmusestunden mit Ihrem Baby kurzzeitig gestrichen werden müssen.
Bei sehr hohem Fieber und starken Grippesymptomen (wie bei der saisonalen Grippe oder der Schweinegrippe) sollten Sie sich jemanden suchen, der sich zu Hause um Sie und Ihr Baby kümmern kann. Ist Ihr Baby zwischen drei und sechs Monaten alt, also relativ ungeschützt in der Zeit zwischen Nestschutz und Aufbau seiner eigenen Immunabwehr, kann auch eine Trennung von Ihrem Kind sinnvoll sein. Wenn es geht, darf durchaus weiter gestillt werden: Die abgepumpte Muttermilch mit ihren wertvollen Abwehrstoffen wird dann von einer gesunden Betreuungsperson mit der Schoppenflasche verfüttert.
Gegen die Kopf- und Gliederschmerzen dürfen Sie auf jeden Fall den Wirkstoff Paracetamol nehmen, zum Schleimlösen auch den Wirkstoff Acetylcystein. Bei Nasenspray (Schnupfenspray) reicht die verdünnte Konzentration für Säuglinge meist auch bei Erwachsenen aus. Hustenmittel sollten möglichst pflanzlich sein; Codein-haltige Hustentropfen bitte nur als Einzeldosis nehmen. Die effektivste Behandlung ist jedoch: Viel, viel trinken!
Stand: 11/10, BH
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