Noch immer ist der plötzliche Kindstod (SIDS) die häufigste Todesursache für Säuglinge nach den ersten vier Lebenswochen. Unter SIDS werden dabei alle Todesfälle gezählt, für die sich keine Ursache finden liessen und ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden konnte.
In den letzten Jahren haben zahlreiche epidemiologische Studien die wichtigsten Risikofaktoren aufgedeckt. Dazu gehören vor allem die Bauchlage des Säuglings, das Schlafen auf einer zu weichen Unterlage, das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft, eine zu hohe Raumtemperatur im Schlafzimmer, eine verspätete oder fehlende Schwangerschaftsbetreuung, ein junges Alter der Mutter, Frühgeburten/niedriges Geburtsgewicht und männliches Geschlecht des Kindes.
Deshalb lautet die Empfehlung an alle Eltern:
Der Ratschlag, Kinder mit einem Beruhigungssauger einschlafen zu lassen, dürfte jedoch zu Diskussionen führen. Er wird zumindest von Zahnärzten abgelehnt, die eine Störung der Zahnentwicklung befürchten. Doch diese Bedenken sind nach Ansicht der amerikanischen Fachleute nicht überzeugend. Die Kinder sollten ruhig mit dem Schnuller einschlafen. Er sollte aber erst nach dem ersten Lebensmonat eingesetzt werden, damit das Stillen nicht beeinträchtigt wird. Ausserdem sollte der Nuggi schlafenden Säuglingen nicht in den Mund gesteckt werden, und Schnuller-Verweigerer sollten auch nicht zum Nuggi-Gebrauch gezwungen werden.
Eine Abflachung des Hinterkopfes wurde bisher als ungünstige Folge der Rückenlage vermutet. Inzwischen haben bevölkerungsbasierte Studien aber keine Zunahme dieser Störung bei Säuglingen erkennen können. Dennoch sei es empfehlenswert, die Kinder im Wachzustand des Öfteren auf den Bauch zu drehen. Um Haltungsschäden zu vermeiden, sollten die Kinder auch nicht zu viel Zeit in Auto-Kindersitzen verbringen.
Quelle: Pediatrics 2005; 116: 1245-1255
B.H.
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