Dr. Nanette Santoro und ihre Kollegen vom Albert Einstein College of Medicine in New York (USA) untersuchten Sperma-Proben von 292 übergewichtigen Männern im Alter von 18 bis 50 Jahren. Der durchschnittliche BMI der Teilnehmer lag bei 28. Bei 31 der Teilnehmer waren die Testosteronwerte gemessen worden. Je höher deren Gewicht desto geringer ihre Testosteronlevel. Zu ihrem eigenen Erstaunen fanden die Forscher jedoch keinen Zusammenhang zwischen hohem Körpergewicht mit niedrigem Testosteronspiegel und Spermienmenge sowie -beweglichkeit. "Offenbar nimmt die Fertilität erst bei sehr niedrigen Testosteronwerte oder bei sehr stark übergewichtigen Männern Schaden", schliessen die Wissenschaftler. Die Spermienproduktion sei in dieser Hinsicht wohl robuster als angenommen. Diese Forschungsergebnisse sollten Männern jedoch keinesfalls als Rechtfertigung dienen, wenn sie nicht abnehmen wollen, betont Santoro. Bei Frauen hingegen hätten mehrere vorhergegangene Untersuchungen einen signifikanten Zusammenhang zwischen erhöhtem BMI und erniedrigter Empfängnisfähigkeit gezeigt. Einen auffallenden Aspekt der Studie wollen die Wissenschaftler nun in einem grösseren Kreis von Probanden weiter untersuchen: Bei allen sechs Teilnehmern, die Antidepressiva aus der Klasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) einnahmen, war die Beweglichkeit der Spermien reduziert. "Dass SSRI die Libido beeinflussen, ist bekannt. Doch über die Auswirkungen auf die Fertilität liegen bislang nur wenige Daten vor", stellt Santoro fest. Die Forscher stellten ihre Ergebnisse während des 90. Jahrestreffens der Endocrine Society in San Francisco vor. Quelle: The Endocrine Society (2008, June 17). Being Overweight Does Not Result In Decreased Sperm Production, Study Shows. ScienceDaily. Stand: 06/08, BH
Während ein hoher BMI die Fruchtbarkeit bei Frauen deutlich senkt, scheint Übergewicht bei Männern die Spermienproduktion und -qualität nicht zu beeinträchtigen.
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